Marie Meierhofer Institut für das Kind

Forschung im MMI

Das MMI betreibt seit seiner Gründung Grundlagen- und Praxisforschung mit einem hohen Anspruch an die wissenschaftliche Qualität.

Wir bearbeiten Fragestellungen, die aus der wissenschaftlichen, fachlichen oder gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Praxis herrühren und/oder für die Praxis relevant sind. Die Forschung am MMI orientiert sich an den Methoden der empirischen Sozialforschung (qualitativ, quantitativ) und ist interdisziplinär ausgerichtet (Psychologie, Erziehungswissenschaft, Soziologie).

Folgende Forschungsbereiche sind im MMI vertreten:

Die zentralen Forschungsthemen am MMI sind:

Der Forschungsbereich wird geleitet von Dr. Patricia Lannen.

Langfristige Auswirkungen früher familialer Risiken auf Verhaltensprobleme und die Selbstwirksamkeit – Individuelle, familiale und ausserfamiliale Schutzprozesse (2016–2019)

Frühere Forschungsarbeiten konnten zeigen, dass die Fähigkeit von Kindern, zusammenhängende und reichhaltige Geschichten erzählen zu können sowie eine hohe Qualität in Kindertageseinrichtungen eine schützende Wirkung haben: Sie können ungünstige Auswirkungen familialer Risikobelastungen abschwächen. Längsschnittliche Belege für diese Schutzprozesse fehlen jedoch noch. Ziel der Studie ist es, die Auswirkungen früher familialer Risiken auf die sozial-emotionale Kompetenz von Kindern von der frühen Kindheit (3 bis 5 Jahre) bis zum mittleren Schulalter (9 bis 11 Jahre) längsschnittlich zu untersuchen.

 

Dabei interessiert, wie sich die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder im Verlauf entwickeln, inwieweit 1.) mentale Repräsentationen von Kindern, wie ihre selbstwahrgenommene Kompetenz und die Fähigkeit, zusammenhängende und reichhaltige Geschichten erzählen zu können, 2.) die Qualität elterlicher Anregung und Unterstützung sowie 3.) die früher erfahrene Qualität frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen möglichen negativen Auswirkungen früher familialer Risiken entgegen wirken können.

Bei der Studie handelt es sich um die Fortsetzung der Teilstudie «Resilienzförderung» innerhalb des Forschungsprojekts „Bildungs- und Resilienzförderung im Frühbereich“ (2009–2013). Die Daten werden über Fragebögen und Interviews bei den Kindern und Eltern erfasst.

Die Studie ermöglicht neue Erkenntnisse darüber, welche Faktoren eine gesunde kindliche Entwicklung trotz Risiko ermöglichen und damit zur Entwicklung von Resilienz beitragen können.

Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziell unterstützt.

Laufzeit:
2016 – 2019

Projektleitung:
Dr. phil. Corina Wustmann Seiler

Operative Verantwortung:
Dr. phil. Fabio Sticca (seit 11/2017)
Dr. phil. Eva Müller (bis 02/2017)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
Olivia Gasser-Haas, M.Sc.

Evaluation des Angebots "Eltern und Kinder in der ALTERNATIVE" und Mitarbeit bei der Weiterentwicklung des fachlichen Konzepts (2015-2017)

Die im sozialtherapeutischen Betreuungsnetz zusammengefassten Angebote des Vereins für umfassende Suchttherapie DIE ALTERNATIVE unterstützen Einzelpersonen und Paare sowie Eltern(-teile), die von Sucht und/oder von einer psychischen Erkrankung betroffen sind, und deren Kinder.

 

2011 wurde das Konzept der Eltern-Kind-Angebote von der ALTERNATIVE überarbeitet und angepasst. Das MMI wurde beauftragt, den Prozess der Auswertung des neuen Konzepts und der Erfahrungen damit fachlich zu begleiten. In der ersten Phase des Auftrags wurden im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitung durch das MMI verschiedene spezifische Fragestellungen der Konzeption und deren Umsetzung in der Praxis bearbeitet. Hierfür wurden Gruppeninterviews mit Fachpersonen der verschiedenen Eltern-Kind-Angebote geführt, Belegungsdaten analysiert sowie Fallunterlagen gesichtet. Dieser Projektteil wurde ab Mai 2015 umgesetzt und im Januar 2016 mit einem Bericht abgeschlossen. In der zweiten Projektphase kommt dem MMI eine beratende Rolle bei der Weiterentwicklung des Konzepts der Eltern-Kind-Angebote der ALTERNATIVE zu. Basierend auf dem erarbeiteten Bericht werden mit den Leitungspersonen der ALTERNATIVE im Rahmen von Workshops Konzeptanpassungen diskutiert und Rückmeldungen zum Konzeptentwurf gegeben. Diese Arbeiten in Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Konzepte erfolgten im Jahr 2016 zu zwei Eltern-Kind-Angeboten und werden 2017 mit der Begleitung der Konzepterstellung zum dritten Standort der Angebotspalette für Kinder und Eltern abgeschlossen.

Laufzeit:
Mai 2015 - September 2017

Auftraggeber:
Verein für umfassende Suchttherapie DIE ALTERNATIVE
Amt für Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich

Projektleitung und -umsetzung:
Dr. phil. Heidi Simoni
lic. phil. Corinne Dreifuss

Evaluation der neuen Umsetzungsmodelle des Frühförderprogramms schritt:weise (2012-2017)

Das präventive Förderprogramm schritt:weise richtet sich an sozial benachteiligte Familien sowohl mit schweizerischem als auch mit Migrationshintergrund. Das Konzept des Programms fokussiert auf die Nutzung und Erweiterung vorhandener Kompetenzen und Ressourcen sowie die Stärkung der Eigenverantwortung der Familien. Eine wichtige Zielsetzung besteht ausserdem darin, Kindern und ihren Eltern den Zugang zu bestehenden Angeboten (Beratung, Spielgruppen, Kindertagesstätten, Familienzentren) zu erleichtern.

 

Die Basisevaluation des Programms schritt:weise mit insgesamt 140 Familien an acht Standorten der Deutschschweiz wurde 2011 abgeschlossen. Sie hat gezeigt, dass das Programm zu Veränderungen in die erwartete Richtung führt: Die Familien sind am Ende des Programms sozial besser integriert, die Eltern fühlen sich in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt und die Kinder konnten sich altersadäquat entwickeln sowie ihre sozialen Kontakte im ausserfamiliären Raum erweitern (siehe Bericht der Basisevaluation).

In Ergänzung zum bestehenden Standardmodell wurden vom Verein a:primo neue Umsetzungsmodelle, deren Kosten im Vergleich zum Standardmodell reduziert sind, ausgearbeitet. Dabei soll die hohe Programmqualität von schritt:weise nicht beeinträchtigt werden. An fünf Pilotstandorten werden vier neue Umsetzungsmodelle erprobt sowie im Auftrag des Vereins a:primo durch das Marie Meierhofer Institut evaluiert. Dabei werden, unter besonderer Berücksichtigung modellspezifischer Fragestellungen, die Implementierung der neuen Modelle wissenschaftlich begleitet sowie verschiedene Qualitätsaspekte, insbesondere die Effekte auf die Familien und Kinder, analysiert. Der Frage nach der Nachhaltigkeit der bei den Familien erzielten Effekte wird mit einer Follow-up-Studie nachgegangen.

Laufzeit:
2012 – 2017

Projektleitung:
Dr. phil. Maria Teresa Diez Grieser

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
lic. phil. Corinne Dreifuss

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Partizipation in der frühen Kindheit – Kontexte, Inhalte, Methoden (2015-)

Im seit 2015 laufenden Projekt befasst sich das MMI in Form von verschiedenen Aktivitäten mit dem Thema Partizipation in der frühen Kindheit. Mit dem Projekt soll ein Beitrag zum Diskurs des Themas und zur Diskussion von Möglichkeiten, Inhalten und Formen der Partizipation junger Kinder geleistet werden.

 

Der zentrale Teil des MMI-Projekts besteht in der systematischen Auseinandersetzung mit den internen Projekten, Angeboten und Produkten des MMI. Dazu wurden die seit 2010 realisierten Praxis- und Forschungsaktivitäten durch die MMI-Fachmitarbeitenden anhand eines vorbereiteten Rasters dokumentiert und durch ein Team des MMI-Forschungsbereichs in einer systematisierten Übersicht zusammengestellt. Zugleich haben sich alle Fachmitarbeitenden in Form von internen Workshops und Diskussionsrunden mit dem Thema der Partizipation in der frühen Kindheit auseinandergesetzt. Die systematische Dokumentation der internen Projekte, Angebote und Produkte bildete den Ausgangspunkt für einen Analyseprozess zur Frage, wie Angebote und Projekte, die partizipative Prozesse in der frühen Kindheit umsetzen oder sich mit ihnen auseinandersetzen, verortet und verglichen werden können. Als Ergebnis dieser Analyse wurde ein Übersichtsschema zur Reflexion kindlicher Partizipation im Frühbereich erarbeitet.
Ein weiterer Teil des Projekts beinhaltete eine Literaturrecherche zu verschiedenen Fachbereichen, um die bestehende Literatursammlung zum Thema Partizipation in der frühen Kindheit zu aktualisieren.
Die im Dezember 2016 erschienene Ausgabe Nr. 98 der MMI-Fachzeitschrift undKinder hat sich dem Thema Partizipation in der frühen Kindheit gewidmet. Das Heft beinhaltet Gastbeiträge sowie Artikel von Mitarbeitenden des MMI. Mit den verschiedenen Beiträgen konnte eine breite Palette von Kontexten von Partizipation im Frühbereich beleuchtet werden. Weiter wird im Heft das im MMI-Projekt erarbeitete Übersichtsschema vorgestellt, das sich darüber hinaus im Konzept des Heftes widerspiegelt.
Für das Jahr 2017 sind weitere Projektaktivitäten, unter anderem ein Workshop mit Fachreferenten und eingeladenen Gästen, geplant.

Das Projekt wird von der Mercator Stiftung Schweiz mitfinanziert.

Laufzeit:
ab 2015

Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni
Dr. phil. Maria Teresa Diez (bis Mai 2016)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
lic. phil. Corinne Dreifuss

Wissenschaftliche Begleitung der Erfassung von Umfeldfaktoren im Rahmen des Zürcher Abklärungsverfahrens zum sonderpädagogischen Bedarf im Vor- und Nachschulbereich (2014-)

Das 2013 im Kanton Zürich eingeführte neue Abklärungsverfahren zur Bestimmung des sonderpädagogischen Bedarfs im Vor- und Nachschulbereich hat das Ziel, den individuellen sonderpädagogischen Bedarf von Kindern im Vorschulalter (und nach dem Schulalter) unter Einbezug der verschiedenen diagnostisch tätigen Fachbereiche zu ermitteln. Das Abklärungsverfahren wird durch die Fachstelle Sonderpädagogik am Kinderspital Zürich (Abteilung Entwicklungspädiatrie) und am Kantonsspital Winterthur (Sozialpädiatrisches Zentrum SPZ) umgesetzt.

 

Das MMI wurde vom Amt für Jugend und Berufsberatung (AJB) des Kantons Zürich mit der wissenschaftlichen Begleitung der Implementierung des Zürcher Abklärungsverfahrens beauftragt. Mit der wissenschaftlichen Begleitung wird an der konzeptuellen Weiterentwicklung und Systematisierung der Erfassung von Umfeldfaktoren gearbeitet.
Die beiden ersten Etappen der wissenschaftlichen Begleitung (2014-2015) beinhalteten unter anderem eine Bestandsaufnahme bezüglich der Datenerfassung sowie eine Zusammenstellung relevanter Faktoren für die Umfelddiagnostik unter Einbezug einer Analyse von Fällen aus den Fachstellen sowie von Fachliteratur. Im Jahr 2016 wurde diese Zusammenstellung im Hinblick auf die Operationalisierung der Umfeldfaktoren in Form eines Erfassungsbogens weiter ausgearbeitet. In diese Ausarbeitung sind die Ergebnisse aus zwei Gruppeninterviews eingeflossen, die im Januar 2016 mit einer Gruppe von abklärenden Heilpädagogischen Früherzieherinnen bzw. mit einer Gruppe von abklärenden Logopädinnen zu ihren Vorgehensweisen und Einschätzungen bezüglich der Umfelddiagnostik geführt wurden. Parallel dazu hat das MMI-Team das Thema der Erfassung von Umfeldfaktoren auf Grundlage von Fachliteratur weiter theoretisch-konzeptuell bearbeitet.
Im Jahr 2017 wird auf Grundlage dieser Arbeiten ein Dokumentationsbogen zur systematischen Erfassung von Umfeldfaktoren erstellt, mit den zuständigen Fachpersonen der Fachstellen und des AJB diskutiert und in einer Pilotphase erprobt.

Laufzeit:
seit Mai 2014

Auftraggeber:
Amt für Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich
Kinderspital Zürich

Projektverantwortliche:
Dr. phil. Maria Teresa Diez (bis Mai 2016), lic. phil. Corinne Dreifuss

Bereichsverantwortliche Forschung (seit September 2016):
Dr. phil. Patricia Lannen

Leben mit Brüchen und Verlusten in der frühen Beziehungsumwelt (2012-2016)

Mit Referenz auf die Studien von Marie Meierhofer und anderen Forscher/innen über Deprivation bei in Heimen betreuten Säuglingen in den 1950er bis 1960er Jahren in Zürich, realisiert das MMI zwei sich ergänzende Forschungsarbeiten zur Lebenssituation von Säuglingen und jungen Kindern, die in Fremdplatzierungskontexten aufwachsen bzw. aufgewachsen sind.

 

Welche Spuren hat eine frühe Platzierung bei Erwachsenen hinterlassen, die heute in der zweiten Lebenshälfte stehen? Wie gelang es ihnen, trotz einer beziehungsarmen Umgebung und frühen Verlusterfahrungen, psychisch zu überleben und beziehungsfähig zu werden? Wie erleben und beschreiben heutige junge Pflegekinder ihre Beziehungswelt?
Zu Wort kommen sollen in erster Linie die Betroffenen selbst: Erwachsene, die nach einem belasteten Start auf ihr Leben zurück blicken sowie Kinder, die heute von einer Platzierung betroffen sind.

Die beiden Teilprojekte erforschen die Thematik unter Einbezug neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, u.a. in den Themenbereichen Deprivation/Vernachlässigung, Bindung, Triaden, Identitätsentwicklung, soziale Teilhabe und Resilienz. Sie orientieren sich dabei an aktuellen Methoden qualitativer Sozial- und Bindungsforschung. Ausgehend von Einzelfällen interessieren sich die Studien dafür, ob sich in den Lebensgeschichten der Erwachsenen sowie in den Spielgeschichten (Story Stems) der Kinder gemeinsame Strukturen des Erlebens und Handelns in sozialen Beziehungen erkennen lassen.

Ein zentrales Anliegen beider Studien gilt der Frage, was es Säuglingen und jungen Kindern erlaubt, sich trotz früher Beziehungs- und Umweltverluste langfristig gesund entwickeln zu können. Neuere Untersuchungen weisen nach, dass sich die Folgen frühkindlicher Traumatisierungen während des ganzen Lebens bis ins hohe Alter auswirken. Von den Erkenntnissen beider Untersuchungen profitieren deshalb sowohl junge Kinder und deren Umfeld als auch erwachsene Betroffene früher, deprivierender Platzierung.

Laufzeit:
2012 – 2016

Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni

Mitarbeiterinnen:
Maria Mögel, lic. phil.
Gaby Ryffel, lic. phil.

Die beiden Teilprojekte werden mitfinanziert durch:

  • AJB (Startphase)
  • Clariant Foundation
  • Ernst-Göhner-Stiftung
  • Florindon Stiftung
  • Hamasil Stiftung
  • Heusser Staub Fonds
  • Schweizerischer Nationalfonds
  • Stiftung Luna
  • Viktor Dürrenberger Stiftung

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Lebenswelten junger Kinder im Kanton Zürich (2011-2016)

Fremd- und Selbstevaluation der Lebensqualität von Kindern zwischen 3 und 6 Jahren in urbanen und ländlichen Lebenswelten des Kantons Zürich

 

Zielsetzungen
Das Projekt «Lebenswelten junger Kinder im Kanton Zürich» verfolgt zwei Ziele:
1. Unterschiedliche Lebenswelten von Vorschulkindern in ausgewählten Gemeinden des Kantons Zürich zu beschreiben.
2. Die subjektive Sicht junger Kinder auf ihre Lebenswelten zu erfassen.

Erkenntnisse und Materialien der Untersuchung werden zum einen für Fachleute und Entscheidungsträger/-innen in den Bereichen Raumplanung, Stadt- und Quartierentwicklung, Kinder- und Familienhilfe sowie für die Ausbildung von Fachpersonen nutzbar gemacht. Zum anderen sollen sie eine breite Öffentlichkeit für die Bedeutung und den Einfluss der räumlich-zeitlichen und sozialen Ausgestaltung von Lebenswelten auf die Lebensqualität, das Wohlbefinden und die Gesundheit von kleinen Kindern sensibilisieren.

Partnergemeinden
Partner des Projekts sind die Gemeinden Wallisellen und Wald sowie die Stadt Zürich. In jeder der Gemeinden wurden zwei Perimeter ausgewählt und in die Untersuchung einbezogen.

Finanzierung
Das Projekt wird im Wesentlichen vom Lotteriefonds des Kantons Zürich, der Paul Schiller Stiftung, der UNICEF Schweiz sowie den Partnergemeinden finanziert und unterstützt. Ferner trägt das MMI mit finanzieller Eigenleistung zur Umsetzung des Vorhabens bei.

Eine vollständige Zusammenstellung zum Stand des Projekts (August 2015) können Sie als pdf herunterladen.

Kontakt:
lebenswelten@mmi.ch

Laufzeit:
2011 – 2016

Gesamtprojektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni

Mitarbeiterinnen:
Antonia Wolleb, lic. phil.
Dr. phil. Eva Müller

Expertinnen:
Dr. phil. Franziska Meyer
Dr. phil. Gabriela Muri Koller

Im Auftragsverhältnis:
Caroline Ting, Geographin, Oberassistentin ETH
Luise Hüsler und Annette Carle, Minibarfilm
Anna-Lea Guarisco, Illustratorin

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Wissenschaftliche Begleitung des Angebots [i]Schenk mir eine Geschichte - Family Literacy[/i] (2012-2014)

Das Angebot Schenk mir eine Geschichte – Family Literacy des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien SIKJM richtet sich an Migrantenfamilien mit zwei- bis fünfjährigen Kindern. Sprach- und Kulturvermittlerinnen führen mit den Eltern und Kindern regelmässig Geschichtenstunden in ihrer Erstsprache durch.

 

Hauptsächliches Ziel des Projekts ist es, die Familien im Hinblick auf die Sprach- und Literacy-Entwicklung der Kinder zu unterstützen. Eine differenzierte Erstsprache und frühe Literacy-Erfahrungen sind eine wichtige Grundlage für den Erwerb der Zweitsprache Deutsch. Schenk mir eine Geschichte wird zurzeit in 14 Kantonen umgesetzt und in verschiedenen Sprachen angeboten.

Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung, die im Auftrag des SIKJM durch das MMI durchgeführt wurde, wurden mit 17 albanisch- bzw. portugiesischsprachigen Eltern leitfaden-gestützte Interviews zu ihren sprachbezogenen Vorstellungen und insbesondere ihrem subjektiven Erleben des Angebots geführt. Ferner wurden sieben Leseanimatorinnen zu ihren allgemeinen Erfahrungen mit der Durchführung der Geschichtenstunden befragt. Die Interviews wurden inhalts-analytisch ausgewertet.

Die wissenschaftliche Begleitung hat deutlich gezeigt, dass das Angebot von der Zielgruppe ausserordentlich geschätzt wird. Die Familien lernen im Rahmen der Geschichtenstunden verschiedene Formen sprachlicher Aktivitäten kennen, erhalten Zugang zu Kinderbüchern in der Erstsprache und wichtige Anregungen, wie sie ihre sprach- und literacyfördernden Kompetenzen erweitern können. Zusätzlich zur sprachlichen Förderung profitieren die Familien von weiteren Elementen des Angebots: Die Eltern können die verschiedenen Elternbildungs-elemente (u.a. Besprechen von Themen der Entwicklung von kleinen Kindern) gut für sich nutzen, und durch Inhalt und Setting des Angebots werden die Kinder in ihrer allgemeinen Entwicklung unterstützt. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung sind in einem abschliessenden Bericht dargestellt; siehe auch Homepage des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien SIKJM: www.sikjm.ch

Laufzeit:
2012-2014

Projektleitung:
Dr. phil. Maria Teresa Diez Grieser

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
lic. phil. Corinne Dreifuss

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Projekt Kinder schützen & Eltern stärken: Wissenschaftliche Begleitung des Projekts TAPIS (2012-2014)

Begegnungsraum für Sexarbeiterinnen mit Kindern im Vorschulalter in der Stadt Zürich

 

Der Startpunkt für das Projekt „Kinder schützen & Eltern stärken“ ist die Evidenz spezifischer Lücken in präventiv-protektiven Angeboten und die Erkenntnis, dass in bestehenden Angeboten der Schweiz die Möglichkeiten und das Potential kindlicher Partizipation nicht systematisch ausgeschöpft werden. Geleitet durch unsere Forschungsarbeiten und unsere seit Jahren durchgeführten Expertisen, haben wir spezifische Felder identifizieren können, in welchen Kinder diskriminiert werden und ihre gesunde Entwicklung gefährdet wird. Ein solches Feld ist die Lebenssituation von Kindern von Sexarbeiterinnen mit Migrationshintergrund.
Das Angebot TAPIS fokussiert auf Kinder von Müttern, die im Sexgewerbe arbeiten. Aufgrund einer vom MMI 2009 durchgeführten Studie wurde sichtbar, dass Kinder von Sexarbeiterinnen verschiedene Diskriminierungen erfahren und dadurch einer möglichen Gefährdung ausgesetzt sind. Die Mutterschaft von Sexarbeiterinnen ist in der Schweiz hoch tabuisiert, was die Familien isoliert. Dies erzeugt eine latente oder manifeste Stigmatisierung dieser Kinder und Mütter und ihnen fehlt der Zugang zu Unterstützungsangeboten ausserhalb der Familie. Mütter im Sexgewerbe stehen aufgrund der zumeist hoch belasteten familialen Lebensbedingungen oft unter Stress und die Kinder sind somit potentiell gefährdenden elterlichen Verhaltensweisen und fehlender oder unpassender Förderung ausgesetzt.
Das Angebot TAPIS ist ein Begegnungsraum für Sexarbeiterinnen mit Kindern im Vorschulalter, der im Herbst 2011 vom Marie Meierhofer Institut für das Kind in Zusammenarbeit mit der Zürcher Stadtmission in der Beratungsstelle Isla Victoria eröffnet worden ist. Die Ziele dieses präventiven Angebots bestehen darin, den Müttern Wissen betreffend Mutterschaft zu vermitteln bzw. sie über vorhandene Angebote zu informieren. Des Weiteren sollen gelingende Interaktionen zwischen Müttern und Kindern sowie zwischen den Kindern untereinander gefördert werden. Die Mütter sollen sich untereinander und mit den anwesenden Fachpersonen austauschen können. Das Pilotprojekt bietet ergänzend zum bestehenden Angebot der Anlauf- und Beratungsstellen für Sexarbeiterinnen in Zürich einen gemeinsamen Raum für Mütter und ihre Kinder.
Die Begleitforschung soll die Umsetzbarkeit des Pilotprojekts TAPIS sowie die Effekte der Intervention auf verschiedenen Ebenen überprüfen. Erste Ergebnisse nach einem Jahr (siehe Jahresbericht TAPIS) zeigen positive Effekte auf belastete Kinder und deren Mütter.

Das Projekt wird mitfinanziert durch:
OAK Foundation Ltd., Genf

Laufzeit:
2012 - 2014

Projektleitung:
Dr. phil. Maria Teresa Diez Grieser

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
N.N.

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Projekt Kinder schützen & Eltern stärken: Wissenschaftliche Begleitung des Projekts KET (Kinder und Eltern in Trennung) (2012-2014)

Der Startpunkt für das Projekt «Kinder schützen & Eltern stärken» ist die Evidenz spezifischer Lücken in präventiv-protektiven Angeboten und die Erkenntnis, dass in bestehenden Angeboten der Schweiz die Möglichkeiten und das Potential kindlicher Partizipation nicht systematisch ausgeschöpft werden.

 

Geleitet durch unsere Forschungsarbeiten und unsere seit Jahren durchgeführten Expertisen, haben wir spezifische Felder identifizieren können, in welchen Kinder diskriminiert werden und ihre gesunde Entwicklung gefährdet wird.
Die Erfahrungen im Feld mit Kindern getrennter Eltern zeigen, dass die Rechte und Anliegen der Kinder in der Zeit der Trennung und Scheidung der Eltern, sehr oft zu kurz kommen. Eltern, die sich trennen, fühlen sich bezüglich der Bedürfnisse und Anliegen der Kinder oft überfordert oder ratlos und schliessen ihre Kinder aus dem familialen Reorganisationsprozess aus. Der Ausschluss der Kinder und die Überforderung der Eltern blockieren familiale Ressourcen und verhindern oder verzögern das Finden kinderfreundlicher Lösungen für die Nachscheidungsfamilie. Chronische, feindselig ausgetragene elterliche Konflikte gefährden das Wohl der betroffenen Kinder direkt. Gefordert ist eine Beratungsform für die Eltern, in der die Kinder eine zentrale Position haben und die Prozesse mitgestalten können. Die psychologische Beratung soll die Eltern darin unterstützen, für die Kinder geeignete familiale Organisationsformen zu finden, ihre Kinder besser zu verstehen, ihre eigene Kommunikation als Eltern zu verbessern und die Übergänge der Kinder zwischen ihnen gut gestalten zu können. Wünschenswert ist, dass die Beratung möglichst früh nach der elterlichen Trennung einsetzt. Mit dem Angebot KET (Kinder und Eltern in Trennung) hat das MMI ein solches Angebot entwickelt.
Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung soll untersucht werden, welche Eltern das Angebot nutzen und welche Zuweisungswege bestehen. Des Weiteren interessieren Fragen nach der Art der umgesetzten Beratung (Setting, Frequenz) sowie nach der konkreten beraterischen Intervention mit dem Kind. Die Zufriedenheit der Eltern und Kinder sowie deren Befinden nach der beraterischen Intervention soll ebenfalls erfasst und analysiert werden. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung sollen einerseits einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Angebots leisten, andererseits Erkenntnisse und Materialien im Zusammenhang mit kindlichen Partizipationsprozessen generieren.

Das Projekt wird mitfinanziert durch:
OAK Foundation Ltd., Genf

Laufzeit:
2012 - 2014

Projektleitung:
Dr. phil. Maria Teresa Diez Grieser

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
Lic.phil. Corinne Dreifuss

Grundlagen für eine verstärkte Kinderrechteorientierung im Frühbereich (2013-2014)

Eine Information für Fachpersonen auf der Grundlage der Allgemeinen Bemerkung Nr. 7 Umsetzung der Kinderrechte in der frühen Kindheit des UNO Ausschusses für die Rechte des Kindes von 2005

 

Im Rahmen des Projekts wurde erstens der Allgemeine Kommentar Nr. 7 des UN-Ausschusses für Kinderrechte zur Umsetzung der Kinderrechte in der frühen Kindheit auf Deutsch übersetzt.
Zweitens wurde aus den relevanten Beschlüssen des UN-Ausschusses für Kinderrechte und des Europarates ein Grundlagenpapier zum Thema Umsetzung von Kinderrechten im Frühbereich erarbeitet. Mit diesen Unterlagen erhalten Fachpersonen, die in ihrem Berufsalltag mit kleinen Kindern und ihren Bezugspersonen arbeiten, ein Arbeitsinstrument, welches die Bedeutung der Kinderrechte aufzeigt und deren Umsetzung unterstützt.

Laufzeit:
2013 – 2014

Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: (im Auftragsverhältnis)
Lic. iur. Sandra Stössel
Dr. iur. Regula Gerber Jenni

Das Projekt wird vom Bundesamt für Sozialversicherungen mitfinanziert.

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Teilzeitbetreuung in Schweizer Kindertageseinrichtungen (2013)

Erarbeitung von Hand­lungsempfehlungen zur kindgerechten Organisation und zum bedürfnisorientierten Umgang für Kin­der mit niedrigen und hohen Anwesenheitszeiten

 

In der Schweiz besteht ein grosses Bedürfnis nach Teilzeitbetreuung, zum einen durch die Teilzeit­arbeit der Eltern, zum anderen aber auch durch die Bemühungen, Kinder von sozial benachteiligten Familien den Kita-Besuch zu ermöglichen und sie dort zu fördern. Dies führt zu einem hohen Pro­zentsatz an Kindern und Erziehenden, die teilzeitlich in der Kita sind. Dem kindlichen Bedürfnis nach Kontinuität in Beziehungen und nach Ori­entierung im Alltag nachzukommen und die pädagogische Praxis entsprechend zu ge­stalten, verlangt eine organisatorische Höchstleistung und passende Rahmenbedingun­gen. Das im Auftrag des Sozialdepartements der Stadt Zürich durchgeführte Pro­jekt sollte die folgende Fragestellung beantworten: Wie kann mit Hilfe organisatorischer und päda­gogischer Massnahmen das Erleben von Stabilität und Kontinuität für Kinder mit unterschiedlichen Anwesenheitszeiten erhöht werden? Zur Bearbeitung des Auftrags sollte in einem ersten Schritt die diesbezügliche Praxis von Kitas sowie ein allfälliger Veränderungsbedarf erhoben werden. Weiterhin wurden folgende Projektschritte durchlaufen: Literaturrecherchen, Expertengespräche, Interviews, Expertenworkshops, Diskussionen sowie Online-Befragungen. Abschliessend wurden die Hauptaussagen aus den verschiedenen Projektschritten zusammengeführt und Handlungsempfehlun­gen zu den Projektfragestellungen formuliert.

Laufzeit:
2013

Projektpartner:
Universität Konstanz
PH Thurgau
Marie Meierhofer Institut für das Kind (MMI)

Projektleitung:
Prof. Dr. Sonja Perren (Universität Konstanz)
Dr. Angelika Schöllhorn (PH Thurgau)
Dr. Heidi Simoni (MMI)

Auftraggeber:
Sozialdepartement der Stadt Zürich

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Lerngelegenheiten für Kinder bis 4 (2012-2013)

Kinder lernen in ihren ersten Lebensjahren so viel wie in keiner späteren Lebensphase. Sie erlernen die Sprache, bauen Beziehungen zu Gleichaltrigen und Erwachsenen auf, lernen Probleme zu lösen und eignen sich Fähigkeiten an, die für das ganze Leben wichtig sind. In 40 Kurzfilmen wird im Projekt «Lerngelegenheiten für Kinder bis 4» gezeigt, was für wertvolle Lerngelegenheiten der Alltag bietet und wie wichtig es ist, dass Kinder diese nutzen können.

 

Alle Kurzfilme finden Sie unter: www.kinder-4.ch

Die gezeigten Situationen sind in Bezug gesetzt zum kürzlich lancierten Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung, welcher vom Marie Meierhofer Institut für das Kind im Auftrag des Netzwerks Kinderbetreuung Schweiz und der Schweizerischen UNESCO-Kommission entwickelt wurde.

Über die Filme sollen sowohl Eltern und andere Bezugspersonen von Kleinkindern, als auch Betreuungspersonen in Kindertagesstätten, Tagesfamilien und Spielgruppen erreicht und dazu angeregt werden, alltägliche Lernsituationen für Kinder im Vorschulalter zu erkennen und zu nutzen. Die Filme können in 13 Sprachen abgespielt werden und sind für alle Interessierten frei zugänglich.

Das Projekt «Lerngelegenheiten für Kinder bis 4» ist ein Projekt der Abteilung Bildungsplanung der Bildungsdirektion des Kantons Zürich. Die fachliche Leitung des Projekts und die Erarbeitung der Fachkommentare lag in der Verantwortung des Marie Meierhofer Instituts für das Kind.

Weitere Informationen unter:

Laufzeit:
2012 – 2013

Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni

Mitarbeiterinnen:
Dipl. Päd. Franziska Pomeranets
M.A. Doris Frei

Das Projekt wird mitfinanziert durch:

  • Lotteriefond des Kantons Zürich
  • Jacobs Foundation
  • Stiftung Mercator Schweiz
  • Viktor Dürrenberger-Stiftung

Bildungs- und Resilienzförderung im Frühbereich (2009-2013)

Nähere Informationen zum Projekt finden Sie unter «Bildungsprojekt»

Wissenschaftliche Begleitung des Projekts AMIE: Berufseinstieg für junge Mütter (2012-2013)

Der Gewerbeverband Basel-Stadt bietet seit 2007 sogenannte AMIE-Kurse für junge Mütter auf dem Weg zur wirtschaftlichen Eigenständigkeit an.

 

Laufzeit: 2012 – 2013

Projektleitung:
Dr. phil. Maria Teresa Diez Grieser
Dr. phil. Heidi Simoni

Die Ausgangslage für das Projekt stellt das Wissen dar, dass junge Frauen, die noch vor Abschluss einer Erstausbildung schwanger geworden sind, ein erhebliches Risiko haben, ökonomisch abhängig zu bleiben und insbesondere kaum Chancen haben, eine sozial eigenständige Biografie aufzubauen. Zusätzlich sind sie als Alleinerziehende gehäuft psychosozialen Belastungen ausgesetzt, die sich auch auf die Entwicklung der Kinder auswirken können.
AMIE ist vor diesem Hintergrund ein Projekt, das mit einem umfassenden Angebot die Mütter beim Einstieg in den Arbeitsmarkt begleitet und sie dabei sowohl bezüglich ihres Wissens als auch ihrer sozialen Kompetenzen unterstützt und stärkt. Im Rahmen eines Mutter-Kind Vormittags werden die mütterlichen Elternkompetenzen, das Verständnis für kindliche Bedürfnisse und Gefühle sowie die Beziehung zum Kind bearbeitet und unterstützt.
Die wissenschaftliche Begleitung der Umsetzung des Projekts AMIE des Gewerbeverbandes Basel-Stadt durch das Marie Meierhofer Institut für das Kind beginnt im Januar 2012 und endet im Sommer 2013. Dabei wird einerseits ein prozessbezogener Arbeitsansatz gewählt, welcher Rückmeldungen an das Projekt sowie das Einspeisen von Zwischenergebnissen in den Arbeitsprozess beinhaltet (formative Elemente der Evaluation). Andererseits werden mit verschiedenen Erhebungsinstrumenten quantitative Daten erhoben, die im summativen Teil der Evaluation die Basis für die Analyse der Qualität und Wirksamkeit des Projekts darstellen. Im abschliessenden wissenschaftlichen Bericht werden die Ergebnisse der verschiedenen untersuchten inhaltlichen Bereiche dargestellt.

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Projekt Mädchenheim Hogar Maria Ayuda in Lontué (Chile) (2012-2013)

Professionalisierung und Qualitätssicherung bezüglich psychologischer und sozialpädagogischer Aspekte in Kinderheimen in Entwicklungs- und Schwellenländern

 

Laufzeit:
2012 – 2013

Projektleitung:
Dr. phil. Maria Teresa Diez Grieser

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
Jeannine Schälin, dipl. Sozialpädagogin

Das Hogar Maria Ayuda ist ein Mädchenheim in Chile, das ca. 27 Mädchen zwischen 3 und 18 Jahren betreut. Die Mädchen sind Waisen oder haben auf der Strasse gelebt. Die in Zusammenarbeit mit dem Kinderspital und dem Psychologischen Institut der Universität Zürich 2012 durchgeführte Untersuchung hat gezeigt, dass die Mädchen eine hohe psychische Belastung aufweisen und dass ihre Betreuung eine hohe Professionalität voraussetzt.
Die zu den wichtigsten Dimensionen erhobenen Daten, welche die Qualität des pädagogischen Angebotes abbilden, zeigen Probleme und Mängel auf mehreren Ebenen. So lässt sich eine ungenügende Strukturqualität (Anzahl Betreuerinnen, Rolle Betreuerinnen, Funktion Psychologin, Unterstützungssysteme etc.), eine geringe Orientierungsqualität (fehlende pädagogische Konzepte, keine Traumasensibilität/Traumapädagogik), eine fragliche Qualität zwischenmenschlicher Dynamik auf verschiedenen Ebenen sowie eine ungenügende Prozessqualität (Zusammenarbeit Betreuungspersonen, altersentsprechende Aktivitäten, fehlende psychotherapeutische Betreuung) feststellen.
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse soll vor Ort und mit den in Chile bestehenden Institutionen die Frage nach der Organisationsentwicklung und der weiteren Qualitätssicherung des Mädchenheimes weiter bearbeitet werden.
In Kooperation mit Prof. Dr. Markus Landolt, Psychologisches Institut der Universität Zürich und Kinderspital Zürich.

Entwicklung eines Orientierungsrahmens für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz (2011-2012)

Im Auftrag des Netzwerks Kinderbetreuung Schweiz und der Schweizerischen UNESCO-Kommission hat das Marie Meierhofer Institut für das Kind einen Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz entwickelt. Der Orientierungsrahmen soll die Diskussion um die erforderliche Qualität von frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz weiter voranbringen sowie die Verständigung über relevante Fragen auf allen Ebenen erleichtern.

Alle Informationen und Dokumente zum Orientierungsrahmen finden Sie unter: www.orientierungsrahmen.ch

 

Laufzeit:
2011 – 2012

Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni
Dr. phil. Corina Wustmann Seiler

Projektmitarbeit:
Noëmi Eggenberger, M.Sc.

Projektträger:
Netzwerk Kinderbetreuung Schweiz und Schweizerische UNESCO-Kommission

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Indizierte Prävention für von Häuslicher Gewalt betroffene Kinder: Evaluation der beiden Projekte KidsCare und KidsPunkt (2010-2012)

Im Kanton Zürich sind mit KidsPunkt (Winterthur) und KidsCare (Stadtzürcher Kreise 6, 11 und 12 sowie Horgen) zwei spezifische Angebote zur Beratung und Begleitung der von Häuslicher Gewalt betroffenen Kinder und Jugendlichen geschaffen worden.
Das Marie Meierhofer Institut für das Kind wurde vom Amt für Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich mit der Evaluation der beiden Pilotprojekte beauftragt. Diese soll zum einen eine ausgewertete Dokumentation der Arbeit von KidsCare und KidsPunkt liefern und zum anderen Folgerungen für deren Weiterentwicklung enthalten.

 

Das Miterleben von Häuslicher Gewalt stellt für Kinder und Jugendliche eine erhebliche Belastung dar, welche traumatisierende Effekte haben und das Kind in seiner gesamten Entwicklung längerfristig beeinträchtigen kann. Nach einem Vorfall von Häuslicher Gewalt, der durch einen GSG-Einsatz (Polizeieinsatz mit Anordnung von Schutzmassnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz) oder anderweitig bekannt geworden ist, erhalten die Kinder und Jugendlichen durch KidsPunkt und KidsCare zeitnah Unterstützung und Beratung durch eine Fachperson.

Für die wissenschaftliche Begleitung der Projekte wird ein prozessbezogener Arbeitsansatz gewählt, welcher Rückmeldungen an die Akteure sowie das Einspeisen von Zwischenergebnissen in den Arbeitsprozess beinhaltet (formative Elemente der Evaluation). Auf einer summativen Ebene werden die Arbeit von KidsCare und KidsPunkt dokumentiert, die erreichte Zielgruppe beschrieben und Fragestellungen hinsichtlich konzeptueller Aspekte und der Vernetzung der Angebote mit anderen Fachstellen und Behörden analysiert. Ein weiterer zu untersuchender inhaltlicher Bereich betrifft die Erreichbarkeit, die Zufriedenheit und das Befinden der Zielgruppe.

Für die Erhebung und Auswertung der Daten kommen einerseits quantitative, andererseits qualitative Forschungsmethoden zum Einsatz. Einen Eckpfeiler der Datenerhebung bilden standardisierte Dokumentations- und Fragebögen, welche durch die Projektstandorte eingesetzt werden. Einzelne Kinder/Jugendliche und Mütter werden, ergänzend zu einer Fragebogen-Erhebung, im Rahmen von problemfokussierten Interviews zur Zufriedenheit mit der Intervention befragt. Die Befindlichkeit der Kinder und Jugendlichen wird zu zwei Zeitpunkten mit einem standardisierten Fragebogeninstrument gemessen; diese Prä-Post-Messung erlaubt Aussagen zu den Effekten der Angebote. Des Weiteren werden im Sinne der Validierung der Angebote mit verschiedenen Fachpersonen im Feld Experteninterviews durchgeführt.

Die Ergebnisse der Evaluation sind in einem abschliessenden Bericht dargestellt.
Weiterführende Informationen finden sich auf der Homepage des Amtes für Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich: www.ajb.zh.ch.

Laufzeit:
2010 – 2012

Projektleitung:
Dr. phil. Maria Teresa Diez Grieser
Dr. phil. Heidi Simoni

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
lic. phil. Corinne Dreifuss

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Basisevaluation des Projekts schritt:weise in der Deutschschweiz (2008-2011)

Schritt:weise ist ein spezifisches und niederschwelliges Angebot für eineinhalb- bis vierjährige Kinder aus sozial benachteiligten Familien und deren Eltern. Es wurde in der Niederlanden entwickelt und bereits in Deutschland in einer adaptierten Form eingesetzt. Der Verein zur frühen Förderung von sozial benachteiligten Kindern a:primo hat das Programm «Opstapje» an die schweizerischen Verhältnisse angepasst und bietet es unter dem Namen schritt:weise in Städten und Gemeinden an.

 

Zentrale Ziele des Programms sind die präventive Unterstützung der kindlichen Entwicklung, die Erweiterung der elterlichen Kompetenzen sowie die bessere Integration der Familie in die Gesellschaft. Das gesamte Konzept des Programms fokussiert auf die Nutzung und Erweiterung vorhandener Kompetenzen und Ressourcen sowie auf die Stärkung der Eigenverantwortung der Familien. Eine wichtige Zielsetzung besteht ausserdem darin, Kindern und ihren Eltern den Zugang zu bestehenden Angeboten (Beratungsstellen, Spielgruppen, Kindertagesstätten, Familienzentren) zu erleichtern.
Die wissenschaftliche Begleitung der Umsetzung des Programms schritt:weise in der Deutschschweiz und die Evaluation der Programmeffekte wurde im Auftrag des Vereins a:primo durch das Marie Meierhofer Institut in Zürich durchgeführt. Eine ausführliche Darstellung aller Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation findet sich im abschliessenden Gesamtbericht (www.a-primo.ch).
Insgesamt haben 129 Familien mit 135 Kindern das vollständige Programm schritt:weise zwischen 2008 und 2011 an 8 verschiedenen Standorten der Deutschschweiz durchlaufen. Das sind 92% der Familien, die sich zur Programmteilnahme entschlossen haben, d.h. die Zahl der Programmabbrüche ist sehr gering. Die Zielgruppe der sozial benachteiligten Kinder und ihrer Eltern ist erreicht worden: In 86% der Familien weist mindestens die Mutter einen Migrationshintergrund auf, die Mehrheit der Familien kann als bildungsfern bezeichnet werden und die finanziellen Ressourcen der Familien sind eher gering. Gesamthaft ist die Programmumsetzung in der Deutschschweiz gut gelungen.
Die wissenschaftliche Begleitung der Umsetzung des Programms schritt:weise in der Deutschschweiz hat gezeigt, dass das Programm ein adäquates Angebot für die Zielgruppe der sozial benachteiligten Familien darstellt. Durch die Programmteilnahme gelingt es den Familien, unterstützende soziale Netzwerke aufzubauen. Das Programm trägt des Weiteren zum Aufbau von elterlichen Kompetenzen bei. Die Mütter/Eltern beschäftigen sich häufiger und teilweise auf eine andere, bewusstere Art mit ihren Kindern und erweitern ihre sozialen Kontakte. Dies geht in den meisten Familien mit einem Rückgang des Belastungserlebens einher. Zudem werden die intellektuelle und soziale Entwicklung sowie die soziale Integration der Mehrheit der Kinder durch das Programm schritt:weise gefördert.
Für diejenigen Familien bzw. Projektkinder, die weitergehender, spezifischer Unterstützung bedürfen, wird bis zum Abschluss des Programms der Zugang bzw. die Nutzung der entsprechenden Angebote durch die Fachmitarbeiterinnen des Programms organisiert, womit das Programm an dieser Stelle einen Beitrag zur Früherkennung individueller Entwicklungsprobleme der Kinder sowie ausgeprägter familiärer Probleme wie z.B. häusliche Gewalt leistet.

Explorative Untersuchung zur Lebenssituation der Kinder von Sexarbeiterinnen mit Migrationshintergrund in Zürich (2009-2011)

Die explorative Untersuchung erfasst zunächst, wie häufig die Fachfrauen in den Anlaufs- und Beratungsstellen für Sexarbeiterinnen in Zürich mit dem Thema Kinder von Sexarbeiterinnen mit Migrationshintergrund beschäftigt sind (quantitativer Aspekt) und mit welchen Fragen und Problemen sie sich in diesem Kontext auseinandersetzen müssen.

 

Die heutige Forschung geht im Zusammenhang mit der Entstehung von psychosozialen Störungen im Kindes- und Jugendalter von so genannten Risikofaktoren aus, die eine Verletzlichkeit bzw. Störungsanfälligkeit verursachen (Vulnerabilität). Die bekannten Risikofaktoren betreffen die Qualität und Stabilität von Beziehungen, aber auch belastende Erlebnisse und chronische Risikobedingungen wie Misshandlungserfahrungen sowie niedriger sozioökonomischer Status der Familie.

Bei Kindern von Sexarbeiterinnen mit Migrationshintergrund können theoretisch mehrere der genannten Risikofaktoren auftreten und die kindliche Entwicklung beeinflussen. Vor diesem theoretischen Bezugsrahmen interessierte die Frage, wie Expertinnen und betroffene Mütter die Lebenssituation der Kinder beschreiben und einschätzen.

Zur Datenerhebung wurden im Frühjahr 2009 mit Fachfrauen von 6 Anlaufs- und Beratungsstellen für Sexarbeiterinnen Expertinneninterviews durchgeführt. In einem zweiten Schritt wurde die Sicht von Sexarbeiterinnen mit Migrationshintergrund auf die Befindlichkeit und die Lebenssituation ihrer Kinder erhoben. Mit einem qualitativen Forschungsansatz wurden im Herbst 2009 zunächst mit 11 Sexarbeiterinnen mit Migrationshintergrund, die Kinder haben, teilstrukturierte, problemzentrierte Interviews durchgeführt. Im Zentrum standen dabei ihre subjektiven Sinnzuschreibungen in Bezug auf die Lebenssituation ihrer Kinder sowie ihre Vorstellungen über den Bedarf an Unterstützung.

Die erhobenen Daten werden bis Sommer 2010 ausgewertet. Die Ergebnisse werden anschliessend in Form eines Forschungsberichtes verfügbar sein.

Laufzeit:
2009 – 2011

Projektleitung:
Dr. phil. Maria Teresa Diez Grieser

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Wissenschaftliche Begleitung der Kinder- und Jugendlichenprojekte des Paradiesgässli in Luzern (2009-2010)

Das Paradiesgässli ist eine Institution der kirchlichen Gassenarbeit Luzern, die sich suchtbetroffenen Eltern und ihren Kindern widmet. Sie berät und begleitet die Eltern mit dem Ziel, das Leben der Eltern und ihren Kindern zu verbessern und die Familie zu unterstützen.

 

Die Dienstleistungen der Institution sind vielseitig. Sie bieten Gruppenaktivitäten für Kinder, individuelle Begleitungen von Familien sowie aufsuchende Sozialarbeit und freiwillige Einkommensverwaltung an. Im Frühjahr 2009 sind im Rahmen des Paradiesgässlis zwei neue Projekte gestartet, die gezielte Angebote für die Kinder der suchtbetroffenen Eltern beinhalten. Das Projekt «Listino» richtet sich an Kinder bis ca. 13 Jahren, «Listo» ist für das Jugendalter zuständig.

Die wissenschaftliche Begleitung weist summative und formative Elemente auf. Die formativen Elemente zielen auf die Qualitätsentwicklung der Projekte. Die summativen Elemente betreffen die Darstellung der Projektumsetzung und die Überprüfung der Wirksamkeit der Massnahmen. Die Meinung und Einschätzung der Kinder und Jugendlichen wird in Form von Interviews und Gesprächen erfasst.

Laufzeit:
2009 – 2010

Projektleitung:
Dr. phil. Maria Teresa Diez Grieser
Dr. phil. Heidi Simoni

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
lic. phil. Sabine Brunner

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Die Fadenspule - Begegnungsort für Kinder und Eltern (2010)

Das neue Projekt in Zürich basiert auf der Idee der «Maison Verte» in Paris und Genf. Der Begegnungsort bietet Säuglingen/Kleinkindern und ihren Eltern bei Entwicklungsschritten, Konflikten und ersten Ablösungserfahrungen psychoanalytische Begleitung.

Die Evaluation des Projekts wird durch das Marie Meierhofer Institut für das Kind fachlich begleitet.

 

Laufzeit:
2010

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
lic. phil. Sabine Brunner

Weitere Informationen:
Die Fadenspule

Kinder und Scheidung – Der Einfluss der Rechtspraxis auf familiale Übergänge (2004-2008)

Ziel der Studie ist es, die Realität und Lebenslage von Kindern und Eltern im Scheidungsverfahren und nach der Scheidung aus juristischer, soziologischer und pädagogisch-psychologischer Perspektive zu beleuchten und mit sozialwissenschaftlichen Methoden zu erforschen. Es geht dabei auch darum, die Angemessenheit oder Dysfunktionalität der schweizerischen Scheidungsrechtsrevision aus dem Jahr 2000 beurteilen zu können.

 

Projektleitung:
Prof. Andrea Büchler, Rechtswissenschaftliches Institut der Universität Zürich
Dr. phil. Heidi Simoni, Marie Meierhofer Institut für das Kind

Wissenschaftliches Team:
Dr. iur. Linus Cantieni
lic. iur. Tanja Melchert
lic. iur. Martina Rusch
lic. phil. Gabriela Häfliger-Zehnder
Diana Baumgarten, M.A.

Im Auftragsverhältnis:
Social Insight (Daniela Gloor & Hanna Meier)

Laufzeit:
Datenerhebung und Auswertung: April 2004 – Dezember 2006
Umsetzung: 2007 und 2008

Forschungsanlage:
Die Studie ist inter- und transdisziplinär angelegt und Teil des Nationalen Forschungsprogramms 52 «Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel». Im Zentrum der Untersuchung stehen die scheidungsrechtliche Praxis, die Erarbeitung und Umsetzung von Regelungen im Alltag für und durch Familien, die Neuerungen des revidierten Scheidungsrechts mit Blick auf Interessen und Rechte betroffener Kinder sowie die Zufriedenheit und das Befinden von Kindern, Müttern und Vätern.

Das Projekt setzt sich aus verschiedenen Teiluntersuchungen zusammen:

  • einer Analyse von 567 Scheidungsakten von 18 erstinstanzlichen Gerichten,
  • einer schriftlichen Befragung von 2’112 geschiedenen Müttern und Vätern,
  • einer mündlichen Befragung von Kindern und Eltern aus 23 Familien,
  • Interviews mit 14 Richterinnen und Richtern.

Alle Untersuchungen konzentrieren sich regional auf die Kantone Zürich, Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Zeitlich beschränkt sich das Projekt auf Scheidungen der Jahre 2002 und 2003.

Buchpublikation:
Büchler, Andrea & Simoni, Heidi (Hrsg.)(2009): Kinder und Scheidung. Der Einfluss der Rechtspraxis auf familiale Übergänge. Zürich: Rüegger Verlag.
Interdisziplinärer Sammelband mit Beiträgen des Projektteams zu Ergebnissen aus dem Projekt, Gastbeiträgen von Mitgliedern der fachlichen Begleitgruppe sowie einer Synthese der Projektleiterinnen.

Broschüren zur Anhörung von Kindern, zusammen mit UNICEF Schweiz:

  • Ratgeber für Eltern
  • Infomaterial für Kinder und Jugendliche
  • Materialien für Richterinnen und Richter.

Die Broschüren stehen im Shop zum Download zur Verfügung.

www.nfp.52

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Wissenschaftliche Begleitung der Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund und/oder aus bildungsfernen Familien: Projekt Spielgruppeplus (2006-2008)

Die von uns durchgeführte Evaluationsstudie untersucht die Frage, ob und wie sich eine gezielte Sprachförderung in Spielgruppen auf den Erwerb der deutschen Sprache von Kindern mit Migrations- und/oder bildungsfernem Hintergrund auswirkt. Es handelt sich um eine Längschnittuntersuchung mit einem Interventions- und Kontrollgruppendesign und einer Beobachtungs- bzw. Förderzeit über 1½ Jahren.

 

Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni
Dr. phil. M.T. Diez Grieser

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:
lic. phil. Judith Häusermann
lic. phil. Panorea Nikolakopoulos

Laufzeit:
Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Projekts Spielgruppeplus erstreckte sich vom Herbst 2006 bis Sommer 2008. Sie wurde im Auftrag des Amts für Jugend- und Berufsberatung (Abteilung Jugend- und Familienhilfe) und des Volksschulamts (Abteilung Interkulturelle Pädagogik) der Bildungsdirektion des Kantons Zürich durchgeführt.

Forschungsanlage:
Die Evaluation basiert auf Verlaufsanalysen sowie auf dem Vergleich einer Interventionsgruppe (mit Sprachförderung) und einer Kontrollgruppe (ohne Sprachförderung). In der Interventionsgruppe stellt Sprachförderung ein zusätzliches Angebot zu den normalen Spielgruppenaktivitäten dar, das in den Ablauf des Spielgruppenalltags integriert wird.

Um relevante Informationen über die Projektkinder, ihre Familien sowie insbesondere zum Verlauf des Spracherwerbs während des Projekts zu gewinnen, haben wir verschiedene Instrumente ausgewählt, konstruiert und eingesetzt. Die Daten, die in der Evaluation erfasst und ausgewertet werden, stammen einerseits aus Beobachtungsbögen, die von den Spielgruppenleiterinnen ausgefüllt worden sind. Andererseits haben die Evaluatorinnen in standardisierten Testsitzungen den allgemeinen Entwicklungsstand sowie insbesondere die sprachlichen Kompetenzen der Kinder mit Hilfe verschiedener Verfahren und Materialien gemessen. Die Testsitzungen finden zu Beginn sowie am Schluss der Förderung bzw. des Beobachtungszeitraums statt.

Ergebnisse der Evaluationsstudie:
Von insgesamt 67 Kindern konnten wir schliesslich alle Daten auswerten und den Verlauf ihres Spracherwerbs im Deutschen differenziert dokumentieren. 57% dieser Kinder (n=38) gehörten zur Interventionsgruppe und wurden im Rahmen einer Spielgruppeplus sprachlich spezifisch gefördert, 43% (n=29) der Kinder gehörten zur Kontrollgruppe und besuchten herkömmliche Spielgruppen ohne spezifische Sprachförderung.

Aufgrund der Förderungs- bzw. Beobachtungszeit konnten wir in unserer Evaluationsstudie die Kinder in drei Gruppen einteilen. Die Gruppe A (n=31), die während eines Semesters gefördert bzw. während ungefähr ¾ Jahre beobachtet wurde. Die Gruppe B (n=19), die während zwei Semester gefördert bzw. während eines Jahres beobachtet und schliesslich die Gruppe C (n=17 nach dem ersten halben Jahr, n=15 nach 1½ Jahren), die drei Semester lang sprachlich gefördert bzw. ca. 1½ Jahre beobachtet wurde.

Die quantitative Auswertung der Daten der drei Gruppen zeigt sowohl aus der Perspektive der Spielgruppenleiterinnen als auch anhand der Ergebnisse aus der standardisierten Testsituation eine deutliche Veränderung der sprachlichen Kompetenzen der Projektkinder. In allen drei Gruppen stellen wir bei den Kindern, die sprachlich spezifisch gefördert werden, deutliche Verbesserungen ihrer sprachlichen Kompetenz im Deutschen fest. Die Kinder der Kontrollgruppen verbessern ihre sprachliche Fähigkeiten in den jeweiligen Beobachtungszeiträumen ebenfalls, jedoch fallen die Veränderungen weniger stark aus als bei den Interventionsgruppen.

Der ausführliche Bericht über die Evaluationsstudie sowie weitere Informationen zum Rahmenkonzept der Spielgruppeplus kann unter http://www.lotse.zh.ch eingesehen werden.

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Der Erwerb sozialer Kompetenz im Kontakt mit anderen Kindern und Erwachsenen (2003-2006)

Die Bedeutung sozialer Kompetenzen für das Wohlergehen eines Kindes ist unbestritten. Säuglinge sind von Geburt an selbst aktiv und sozial neugierig. Für ein Kleinkind stellen nicht nur Erfahrungen mit seinen Eltern, sondern auch Kontakte zu anderen Kindern ein wichtiges Lern- und Erfahrungsfeld dar.

 

Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni

Wissenschaftliches Team:
lic. phil. Judith Herren
lic. phil. Silvana Kappeler
lic. phil. Batya Licht
lic. phil. Anne d'Aujourd'hui

Fragestellungen und Schwerpunkte der Studie:

  • Verlauf des Erwerbs sozialer Kompetenzen in der vorsprachlichen Phase?
  • Welches Verhalten kann in welchem Alter als sozial kompetent gelten?
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Kindern?
  • Zusammenhänge der kognitiv-emotionalen Entwicklung mit der sozialen Kompetenz?

Laufzeit:
Die Datenerhebung für die Studie fand zwischen Herbst 2001 und Sommer 2003 statt und wurde vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert.
Die Datenauswertung dauerte bis Ende 2006 und wurde durch eine Stiftung finanziell unterstützt.

Forschungsanlage:
Insgesamt nahmen 28 Kinder (17 Mädchen, 11 Jungen) an der Studie teil, die 16 verschiedene Krippen in der Agglomeration Zürich besuchten. Jedes dieser Zielkinder wurde vom 9. bis zum 25. Lebensmonat im Abstand von zwei Monaten in der Krippe gefilmt. Diese Aufnahmen fanden während des Freispiels statt und dauerten jeweils 30 Minuten. Das umfangreiche Datenmaterial wurde mittels einer speziellen Software (Observer Video Pro) kodiert und ausgewertet.

Zu drei Zeitpunkten wurden die Kinder ausserdem zu Hause im Spiel mit ihren Eltern («jeu à trois») gefilmt. Sowohl Eltern wie Erzieherinnen füllten mehrmals einen Fragebogen zum Verhalten des Kindes aus. Einmalig erhoben wurden ausserdem der allgemeine Entwicklungsstand, die Fähigkeit zur Selbsterkennung und zur Empathie, das soziales Klima in der Gruppe, das Konfliktverhalten der Eltern.

Literatur zur Studie:
Simoni, H., Herren, J., Kappeler, S. & Licht, B. (2008). Frühe soziale Kompetenz unter Kindern. In: T. Malti & S. Perren (Eds.), Entwicklung und Förderung sozialer Kompetenzen in Kindheit und Adoleszenz. Stuttgart: Kohlhammer.

Kappeler, S. (2010). Die Entwicklung des prosozialen Verhaltens in den ersten zwei Lebensjahren. Dissertation, Universität Basel.

Licht, B. (2008). Die Entwicklung des Konfliktverhaltens im Alter zwischen 8 und 22 Monaten. Dissertation, Universität Bern.

Licht, B., Simoni, H. & Perrig-Chiello, P. (2008). Conflict between peers in infancy and toddler age: what do they fight about? Early Years, 28 (3), 235-249.
«undKinder»-Nr. 74/Dezember 2004 (auf Anfrage mit DVD)

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Auswirkungen des neuen Finanzierungsmodells auf die Kindertagesstätten der Stadt Zürich (2003)

Im Auftrag des Sozialdepartements der Stadt Zürich wurden 2003 die Auswirkungen des neuen Finanzierungsmodells für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Zürich im Hinblick auf strukturelle und pädagogische Qualitätsmerkmale untersucht.

 

Projektleitung:
Dr. Heinrich Nufer

Projektbearbeitung:
Christine Schori, wiss. MA

Mitwirkung: Jeremy Hellmann, Raffael Hess, Heidi Simoni

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Startbedingungen für Familien (1990-1998)

Ein mehrjähriges Forschungsprojekt des MMI zu den «Startbedingungen für Familien» wurde massgeblich vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert. Es wurde 1998 abgeschlossen und hat interessante Ergebnisse erbracht – zum Teil auch unerwartete. Diese wurden Fachleuten und der breiten Öffentlichkeit durch Medienbeiträge, Referate und im Rahmen einer Tagung am Gottlieb Duttweiler Institut vorgestellt.

 

Die wichtigsten Ergebnisse und Folgerungen lauten:

  • Das Leben mit Kindern ist reicher an Erfahrungen und Erlebnissen.
  • Alle Eltern sind sehr gefordert, manchmal überfordert - es ist ganz normal, dass sie mit der Elternrolle manchmal Probleme haben und Unterstützung benötigen.
  • Kinder brauchen Freiräume, brauchen Bewegungsraum, brauchen Orientierung, brauchen andere Kinder.
  • Eltern müssen die Aufgabenteilung zwischen Mann und Frau aushandeln und eine gerechte Lösung finden - es gibt keine Standardlösung mehr.
  • Erwerbstätige Mütter sind längerfristig zufriedener als nicht-erwerbstätige.
  • Kinder brauchen beide Eltern. Väter sind zeitlich gefordert.

Zwei Ausgaben der Zeitschrift «undKinder» sind den Methoden und den Ergebnissen der Studie gewidmet:

  • Nr. 48, 1993 («Frauen gestalten die Mutterschaft I») mit Links auf entsprechende Produkte im Shop.
  • Nr. 53, 1995 («Frauen gestalten die Mutterschaft II»)

Huwiler, Kurt, Herausforderung Mutterschaft. Verlag Hans Huber, 1995.

MMI (Hrsg.), Startbedingungen für Familien, Verlag Pro Juventute, 1998 (vergriffen).
(Französisch: Quand le couple devient famille)

Die Forschungsergebnisse aus dem Projekt «Startbedinungen für Familien» waren ausserdem mehrere Jahre unter dem Titel «Kleine Kinder Lust und Last» auf Tournee. Zusammen mit dem Ausstellungsbüro Ethno-Expo hat das MMI die erarbeiteten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum wichtigen Thema des Projekts in einer Wanderausstellung dargestellt. Sie ist zwischen 2000 bis 2006 durch die ganze Schweiz gereist und hat an allen Standorten ein reichhaltiges Begleitprogramm zum Thema «Kinder und Familien» angestossen.

Spende zugunsten des Sozialfonds für Kinder aus armutsbetroffenen Familien

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