Marie Meierhofer Institut für das Kind

Abgeschlossene Projekte

Basisevaluation des Projekts schritt:weise in der Deutschschweiz (2008-2011)

Schritt:weise ist ein spezifisches und niederschwelliges Angebot für eineinhalb- bis vierjährige Kinder aus sozial benachteiligten Familien und deren Eltern. Es wurde in der Niederlanden entwickelt und bereits in Deutschland in einer adaptierten Form eingesetzt. Der Verein zur frühen Förderung von sozial benachteiligten Kindern a:primo hat das Programm «Opstapje» an die schweizerischen Verhältnisse angepasst und bietet es unter dem Namen schritt:weise in Städten und Gemeinden an.

Zentrale Ziele des Programms sind die präventive Unterstützung der kindlichen Entwicklung, die Erweiterung der elterlichen Kompetenzen sowie die bessere Integration der Familie in die Gesellschaft. Das gesamte Konzept des Programms fokussiert auf die Nutzung und Erweiterung vorhandener Kompetenzen und Ressourcen sowie auf die Stärkung der Eigenverantwortung der Familien. Eine wichtige Zielsetzung besteht ausserdem darin, Kindern und ihren Eltern den Zugang zu bestehenden Angeboten (Beratungsstellen, Spielgruppen, Kindertagesstätten, Familienzentren) zu erleichtern.
Die wissenschaftliche Begleitung der Umsetzung des Programms schritt:weise in der Deutschschweiz und die Evaluation der Programmeffekte wurde im Auftrag des Vereins a:primo durch das Marie Meierhofer Institut in Zürich durchgeführt. Eine ausführliche Darstellung aller Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation findet sich im abschliessenden Gesamtbericht (www.a-primo.ch).
Insgesamt haben 129 Familien mit 135 Kindern das vollständige Programm schritt:weise zwischen 2008 und 2011 an 8 verschiedenen Standorten der Deutschschweiz durchlaufen. Das sind 92% der Familien, die sich zur Programmteilnahme entschlossen haben, d.h. die Zahl der Programmabbrüche ist sehr gering. Die Zielgruppe der sozial benachteiligten Kinder und ihrer Eltern ist erreicht worden: In 86% der Familien weist mindestens die Mutter einen Migrationshintergrund auf, die Mehrheit der Familien kann als bildungsfern bezeichnet werden und die finanziellen Ressourcen der Familien sind eher gering. Gesamthaft ist die Programmumsetzung in der Deutschschweiz gut gelungen.
Die wissenschaftliche Begleitung der Umsetzung des Programms schritt:weise in der Deutschschweiz hat gezeigt, dass das Programm ein adäquates Angebot für die Zielgruppe der sozial benachteiligten Familien darstellt. Durch die Programmteilnahme gelingt es den Familien, unterstützende soziale Netzwerke aufzubauen. Das Programm trägt des Weiteren zum Aufbau von elterlichen Kompetenzen bei. Die Mütter/Eltern beschäftigen sich häufiger und teilweise auf eine andere, bewusstere Art mit ihren Kindern und erweitern ihre sozialen Kontakte. Dies geht in den meisten Familien mit einem Rückgang des Belastungserlebens einher. Zudem werden die intellektuelle und soziale Entwicklung sowie die soziale Integration der Mehrheit der Kinder durch das Programm schritt:weise gefördert.
Für diejenigen Familien bzw. Projektkinder, die weitergehender, spezifischer Unterstützung bedürfen, wird bis zum Abschluss des Programms der Zugang bzw. die Nutzung der entsprechenden Angebote durch die Fachmitarbeiterinnen des Programms organisiert, womit das Programm an dieser Stelle einen Beitrag zur Früherkennung individueller Entwicklungsprobleme der Kinder sowie ausgeprägter familiärer Probleme wie z.B. häusliche Gewalt leistet.

Explorative Untersuchung zur Lebenssituation der Kinder von Sexarbeiterinnen mit Migrationshintergrund in Zürich (2009-2011)

Die explorative Untersuchung erfasst zunächst, wie häufig die Fachfrauen in den Anlaufs- und Beratungsstellen für Sexarbeiterinnen in Zürich mit dem Thema Kinder von Sexarbeiterinnen mit Migrationshintergrund beschäftigt sind (quantitativer Aspekt) und mit welchen Fragen und Problemen sie sich in diesem Kontext auseinandersetzen müssen.

Die heutige Forschung geht im Zusammenhang mit der Entstehung von psychosozialen Störungen im Kindes- und Jugendalter von so genannten Risikofaktoren aus, die eine Verletzlichkeit bzw. Störungsanfälligkeit verursachen (Vulnerabilität). Die bekannten Risikofaktoren betreffen die Qualität und Stabilität von Beziehungen, aber auch belastende Erlebnisse und chronische Risikobedingungen wie Misshandlungserfahrungen sowie niedriger sozioökonomischer Status der Familie.

Bei Kindern von Sexarbeiterinnen mit Migrationshintergrund können theoretisch mehrere der genannten Risikofaktoren auftreten und die kindliche Entwicklung beeinflussen. Vor diesem theoretischen Bezugsrahmen interessierte die Frage, wie Expertinnen und betroffene Mütter die Lebenssituation der Kinder beschreiben und einschätzen.

Zur Datenerhebung wurden im Frühjahr 2009 mit Fachfrauen von 6 Anlaufs- und Beratungsstellen für Sexarbeiterinnen Expertinneninterviews durchgeführt. In einem zweiten Schritt wurde die Sicht von Sexarbeiterinnen mit Migrationshintergrund auf die Befindlichkeit und die Lebenssituation ihrer Kinder erhoben. Mit einem qualitativen Forschungsansatz wurden im Herbst 2009 zunächst mit 11 Sexarbeiterinnen mit Migrationshintergrund, die Kinder haben, teilstrukturierte, problemzentrierte Interviews durchgeführt. Im Zentrum standen dabei ihre subjektiven Sinnzuschreibungen in Bezug auf die Lebenssituation ihrer Kinder sowie ihre Vorstellungen über den Bedarf an Unterstützung.

Die erhobenen Daten werden bis Sommer 2010 ausgewertet. Die Ergebnisse werden anschliessend in Form eines Forschungsberichtes verfügbar sein.

Laufzeit:
2009 – 2011

Projektleitung:
Dr. phil. Maria Teresa Diez Grieser

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Wissenschaftliche Begleitung der Kinder- und Jugendlichenprojekte des Paradiesgässli in Luzern (2009-2010)

Das Paradiesgässli ist eine Institution der kirchlichen Gassenarbeit Luzern, die sich suchtbetroffenen Eltern und ihren Kindern widmet. Sie berät und begleitet die Eltern mit dem Ziel, das Leben der Eltern und ihren Kindern zu verbessern und die Familie zu unterstützen.

Die Dienstleistungen der Institution sind vielseitig. Sie bieten Gruppenaktivitäten für Kinder, individuelle Begleitungen von Familien sowie aufsuchende Sozialarbeit und freiwillige Einkommensverwaltung an. Im Frühjahr 2009 sind im Rahmen des Paradiesgässlis zwei neue Projekte gestartet, die gezielte Angebote für die Kinder der suchtbetroffenen Eltern beinhalten. Das Projekt «Listino» richtet sich an Kinder bis ca. 13 Jahren, «Listo» ist für das Jugendalter zuständig.

Die wissenschaftliche Begleitung weist summative und formative Elemente auf. Die formativen Elemente zielen auf die Qualitätsentwicklung der Projekte. Die summativen Elemente betreffen die Darstellung der Projektumsetzung und die Überprüfung der Wirksamkeit der Massnahmen. Die Meinung und Einschätzung der Kinder und Jugendlichen wird in Form von Interviews und Gesprächen erfasst.

Laufzeit:
2009 – 2010

Projektleitung:
Dr. phil. Maria Teresa Diez Grieser
Dr. phil. Heidi Simoni

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
lic. phil. Sabine Brunner

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Die Fadenspule - Begegnungsort für Kinder und Eltern (2010)

Das neue Projekt in Zürich basiert auf der Idee der «Maison Verte» in Paris und Genf. Der Begegnungsort bietet Säuglingen/Kleinkindern und ihren Eltern bei Entwicklungsschritten, Konflikten und ersten Ablösungserfahrungen psychoanalytische Begleitung.

Die Evaluation des Projekts wird durch das Marie Meierhofer Institut für das Kind fachlich begleitet.

Laufzeit:
2010

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
lic. phil. Sabine Brunner

Weitere Informationen:
Die Fadenspule

Kinder und Scheidung – Der Einfluss der Rechtspraxis auf familiale Übergänge (2004-2008)

Ziel der Studie ist es, die Realität und Lebenslage von Kindern und Eltern im Scheidungsverfahren und nach der Scheidung aus juristischer, soziologischer und pädagogisch-psychologischer Perspektive zu beleuchten und mit sozialwissenschaftlichen Methoden zu erforschen. Es geht dabei auch darum, die Angemessenheit oder Dysfunktionalität der schweizerischen Scheidungsrechtsrevision aus dem Jahr 2000 beurteilen zu können.

Projektleitung:
Prof. Andrea Büchler, Rechtswissenschaftliches Institut der Universität Zürich
Dr. phil. Heidi Simoni, Marie Meierhofer Institut für das Kind

Wissenschaftliches Team:
Dr. iur. Linus Cantieni
lic. iur. Tanja Melchert
lic. iur. Martina Rusch
lic. phil. Gabriela Häfliger-Zehnder
Diana Baumgarten, M.A.

Im Auftragsverhältnis:
Social Insight (Daniela Gloor & Hanna Meier)

Laufzeit:
Datenerhebung und Auswertung: April 2004 – Dezember 2006
Umsetzung: 2007 und 2008

Forschungsanlage:
Die Studie ist inter- und transdisziplinär angelegt und Teil des Nationalen Forschungsprogramms 52 «Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel». Im Zentrum der Untersuchung stehen die scheidungsrechtliche Praxis, die Erarbeitung und Umsetzung von Regelungen im Alltag für und durch Familien, die Neuerungen des revidierten Scheidungsrechts mit Blick auf Interessen und Rechte betroffener Kinder sowie die Zufriedenheit und das Befinden von Kindern, Müttern und Vätern.

Das Projekt setzt sich aus verschiedenen Teiluntersuchungen zusammen:

  • einer Analyse von 567 Scheidungsakten von 18 erstinstanzlichen Gerichten,
  • einer schriftlichen Befragung von 2’112 geschiedenen Müttern und Vätern,
  • einer mündlichen Befragung von Kindern und Eltern aus 23 Familien,
  • Interviews mit 14 Richterinnen und Richtern.

Alle Untersuchungen konzentrieren sich regional auf die Kantone Zürich, Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Zeitlich beschränkt sich das Projekt auf Scheidungen der Jahre 2002 und 2003.

Buchpublikation:
Büchler, Andrea & Simoni, Heidi (Hrsg.)(2009): Kinder und Scheidung. Der Einfluss der Rechtspraxis auf familiale Übergänge. Zürich: Rüegger Verlag.
Interdisziplinärer Sammelband mit Beiträgen des Projektteams zu Ergebnissen aus dem Projekt, Gastbeiträgen von Mitgliedern der fachlichen Begleitgruppe sowie einer Synthese der Projektleiterinnen.

Broschüren zur Anhörung von Kindern, zusammen mit UNICEF Schweiz:

  • Ratgeber für Eltern
  • Infomaterial für Kinder und Jugendliche
  • Materialien für Richterinnen und Richter.

Die Broschüren stehen im Shop zum Download zur Verfügung.

www.nfp.52

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Wissenschaftliche Begleitung der Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund und/oder aus bildungsfernen Familien: Projekt Spielgruppeplus (2006-2008)

Die von uns durchgeführte Evaluationsstudie untersucht die Frage, ob und wie sich eine gezielte Sprachförderung in Spielgruppen auf den Erwerb der deutschen Sprache von Kindern mit Migrations- und/oder bildungsfernem Hintergrund auswirkt. Es handelt sich um eine Längschnittuntersuchung mit einem Interventions- und Kontrollgruppendesign und einer Beobachtungs- bzw. Förderzeit über 1½ Jahren.

Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni
Dr. phil. M.T. Diez Grieser

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:
lic. phil. Judith Häusermann
lic. phil. Panorea Nikolakopoulos

Laufzeit:
Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Projekts Spielgruppeplus erstreckte sich vom Herbst 2006 bis Sommer 2008. Sie wurde im Auftrag des Amts für Jugend- und Berufsberatung (Abteilung Jugend- und Familienhilfe) und des Volksschulamts (Abteilung Interkulturelle Pädagogik) der Bildungsdirektion des Kantons Zürich durchgeführt.

Forschungsanlage:
Die Evaluation basiert auf Verlaufsanalysen sowie auf dem Vergleich einer Interventionsgruppe (mit Sprachförderung) und einer Kontrollgruppe (ohne Sprachförderung). In der Interventionsgruppe stellt Sprachförderung ein zusätzliches Angebot zu den normalen Spielgruppenaktivitäten dar, das in den Ablauf des Spielgruppenalltags integriert wird.

Um relevante Informationen über die Projektkinder, ihre Familien sowie insbesondere zum Verlauf des Spracherwerbs während des Projekts zu gewinnen, haben wir verschiedene Instrumente ausgewählt, konstruiert und eingesetzt. Die Daten, die in der Evaluation erfasst und ausgewertet werden, stammen einerseits aus Beobachtungsbögen, die von den Spielgruppenleiterinnen ausgefüllt worden sind. Andererseits haben die Evaluatorinnen in standardisierten Testsitzungen den allgemeinen Entwicklungsstand sowie insbesondere die sprachlichen Kompetenzen der Kinder mit Hilfe verschiedener Verfahren und Materialien gemessen. Die Testsitzungen finden zu Beginn sowie am Schluss der Förderung bzw. des Beobachtungszeitraums statt.

Ergebnisse der Evaluationsstudie:
Von insgesamt 67 Kindern konnten wir schliesslich alle Daten auswerten und den Verlauf ihres Spracherwerbs im Deutschen differenziert dokumentieren. 57% dieser Kinder (n=38) gehörten zur Interventionsgruppe und wurden im Rahmen einer Spielgruppeplus sprachlich spezifisch gefördert, 43% (n=29) der Kinder gehörten zur Kontrollgruppe und besuchten herkömmliche Spielgruppen ohne spezifische Sprachförderung.

Aufgrund der Förderungs- bzw. Beobachtungszeit konnten wir in unserer Evaluationsstudie die Kinder in drei Gruppen einteilen. Die Gruppe A (n=31), die während eines Semesters gefördert bzw. während ungefähr ¾ Jahre beobachtet wurde. Die Gruppe B (n=19), die während zwei Semester gefördert bzw. während eines Jahres beobachtet und schliesslich die Gruppe C (n=17 nach dem ersten halben Jahr, n=15 nach 1½ Jahren), die drei Semester lang sprachlich gefördert bzw. ca. 1½ Jahre beobachtet wurde.

Die quantitative Auswertung der Daten der drei Gruppen zeigt sowohl aus der Perspektive der Spielgruppenleiterinnen als auch anhand der Ergebnisse aus der standardisierten Testsituation eine deutliche Veränderung der sprachlichen Kompetenzen der Projektkinder. In allen drei Gruppen stellen wir bei den Kindern, die sprachlich spezifisch gefördert werden, deutliche Verbesserungen ihrer sprachlichen Kompetenz im Deutschen fest. Die Kinder der Kontrollgruppen verbessern ihre sprachliche Fähigkeiten in den jeweiligen Beobachtungszeiträumen ebenfalls, jedoch fallen die Veränderungen weniger stark aus als bei den Interventionsgruppen.

Der ausführliche Bericht über die Evaluationsstudie sowie weitere Informationen zum Rahmenkonzept der Spielgruppeplus kann unter http://www.lotse.zh.ch eingesehen werden.

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Der Erwerb sozialer Kompetenz im Kontakt mit anderen Kindern und Erwachsenen (2003-2006)

Die Bedeutung sozialer Kompetenzen für das Wohlergehen eines Kindes ist unbestritten. Säuglinge sind von Geburt an selbst aktiv und sozial neugierig. Für ein Kleinkind stellen nicht nur Erfahrungen mit seinen Eltern, sondern auch Kontakte zu anderen Kindern ein wichtiges Lern- und Erfahrungsfeld dar.

Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni

Wissenschaftliches Team:
lic. phil. Judith Herren
lic. phil. Silvana Kappeler
lic. phil. Batya Licht
lic. phil. Anne d'Aujourd'hui

Fragestellungen und Schwerpunkte der Studie:

  • Verlauf des Erwerbs sozialer Kompetenzen in der vorsprachlichen Phase?
  • Welches Verhalten kann in welchem Alter als sozial kompetent gelten?
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Kindern?
  • Zusammenhänge der kognitiv-emotionalen Entwicklung mit der sozialen Kompetenz?

Laufzeit:
Die Datenerhebung für die Studie fand zwischen Herbst 2001 und Sommer 2003 statt und wurde vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert.
Die Datenauswertung dauerte bis Ende 2006 und wurde durch eine Stiftung finanziell unterstützt.

Forschungsanlage:
Insgesamt nahmen 28 Kinder (17 Mädchen, 11 Jungen) an der Studie teil, die 16 verschiedene Krippen in der Agglomeration Zürich besuchten. Jedes dieser Zielkinder wurde vom 9. bis zum 25. Lebensmonat im Abstand von zwei Monaten in der Krippe gefilmt. Diese Aufnahmen fanden während des Freispiels statt und dauerten jeweils 30 Minuten. Das umfangreiche Datenmaterial wurde mittels einer speziellen Software (Observer Video Pro) kodiert und ausgewertet.

Zu drei Zeitpunkten wurden die Kinder ausserdem zu Hause im Spiel mit ihren Eltern («jeu à trois») gefilmt. Sowohl Eltern wie Erzieherinnen füllten mehrmals einen Fragebogen zum Verhalten des Kindes aus. Einmalig erhoben wurden ausserdem der allgemeine Entwicklungsstand, die Fähigkeit zur Selbsterkennung und zur Empathie, das soziales Klima in der Gruppe, das Konfliktverhalten der Eltern.

Literatur zur Studie:
Simoni, H., Herren, J., Kappeler, S. & Licht, B. (2008). Frühe soziale Kompetenz unter Kindern. In: T. Malti & S. Perren (Eds.), Entwicklung und Förderung sozialer Kompetenzen in Kindheit und Adoleszenz. Stuttgart: Kohlhammer.

Kappeler, S. (2010). Die Entwicklung des prosozialen Verhaltens in den ersten zwei Lebensjahren. Dissertation, Universität Basel.

Licht, B. (2008). Die Entwicklung des Konfliktverhaltens im Alter zwischen 8 und 22 Monaten. Dissertation, Universität Bern.

Licht, B., Simoni, H. & Perrig-Chiello, P. (2008). Conflict between peers in infancy and toddler age: what do they fight about? Early Years, 28 (3), 235-249.
«undKinder»-Nr. 74/Dezember 2004 (auf Anfrage mit DVD)

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Auswirkungen des neuen Finanzierungsmodells auf die Kindertagesstätten der Stadt Zürich (2003)

Im Auftrag des Sozialdepartements der Stadt Zürich wurden 2003 die Auswirkungen des neuen Finanzierungsmodells für Kindertageseinrichtungen in der Stadt Zürich im Hinblick auf strukturelle und pädagogische Qualitätsmerkmale untersucht.

Projektleitung:
Dr. Heinrich Nufer

Projektbearbeitung:
Christine Schori, wiss. MA

Mitwirkung: Jeremy Hellmann, Raffael Hess, Heidi Simoni

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Startbedingungen für Familien (1990-1998)

Ein mehrjähriges Forschungsprojekt des MMI zu den «Startbedingungen für Familien» wurde massgeblich vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert. Es wurde 1998 abgeschlossen und hat interessante Ergebnisse erbracht – zum Teil auch unerwartete. Diese wurden Fachleuten und der breiten Öffentlichkeit durch Medienbeiträge, Referate und im Rahmen einer Tagung am Gottlieb Duttweiler Institut vorgestellt.

Die wichtigsten Ergebnisse und Folgerungen lauten:

  • Das Leben mit Kindern ist reicher an Erfahrungen und Erlebnissen.
  • Alle Eltern sind sehr gefordert, manchmal überfordert - es ist ganz normal, dass sie mit der Elternrolle manchmal Probleme haben und Unterstützung benötigen.
  • Kinder brauchen Freiräume, brauchen Bewegungsraum, brauchen Orientierung, brauchen andere Kinder.
  • Eltern müssen die Aufgabenteilung zwischen Mann und Frau aushandeln und eine gerechte Lösung finden - es gibt keine Standardlösung mehr.
  • Erwerbstätige Mütter sind längerfristig zufriedener als nicht-erwerbstätige.
  • Kinder brauchen beide Eltern. Väter sind zeitlich gefordert.

Zwei Ausgaben der Zeitschrift «undKinder» sind den Methoden und den Ergebnissen der Studie gewidmet:

  • Nr. 48, 1993 («Frauen gestalten die Mutterschaft I») mit Links auf entsprechende Produkte im Shop.
  • Nr. 53, 1995 («Frauen gestalten die Mutterschaft II»)

Huwiler, Kurt, Herausforderung Mutterschaft. Verlag Hans Huber, 1995.

MMI (Hrsg.), Startbedingungen für Familien, Verlag Pro Juventute, 1998 (vergriffen).
(Französisch: Quand le couple devient famille)

Die Forschungsergebnisse aus dem Projekt «Startbedinungen für Familien» waren ausserdem mehrere Jahre unter dem Titel «Kleine Kinder Lust und Last» auf Tournee. Zusammen mit dem Ausstellungsbüro Ethno-Expo hat das MMI die erarbeiteten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum wichtigen Thema des Projekts in einer Wanderausstellung dargestellt. Sie ist zwischen 2000 bis 2006 durch die ganze Schweiz gereist und hat an allen Standorten ein reichhaltiges Begleitprogramm zum Thema «Kinder und Familien» angestossen.