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Die Frage, wie verschiedene Disziplinen und Fachpersonen trotz unterschiedlicher Aufgaben zusammen arbeiten können, stellt im Konkreten immer wieder neu eine knifflige Herausforderung dar. Die Wahrnehmung und die Bewertung von Beiträgen und Rollen sind dabei stets subjektiv, nämlich vom eigenen Erleben und Blickwinkel beeinflusst. Je nach Persönlichkeit neigen wir dazu, Erfolge uns und Misserfolge den andern zuzuschreiben, oder auch gerade umgekehrt: die Rolle anderer zu wichtig zu nehmen und unsere tendenziell abzuwerten. Beide Muster sind kontraproduktive und frustrierende Energie- und Zeitfresser.
Zwangsläufig ist der eigene Blickwinkel der am nächsten liegende. Ebenso gesetzmässig hat jede Perspektive ihren blinden Fleck. Gefordert ist deshalb unsere Beweglichkeit, von der Wahrnehmung, vom Wissen und von der Erfahrung von Kolleginnen und Kollegen profitieren zu können. Sie hilft uns, das Potential interdisziplinärer und interinstitutioneller Zusammenarbeit zu erkennen und fruchtbar werden zu lassen. Sie erinnert uns auch an das Aha-Erlebnis, wie unterschiedlich ein und derselbe Berg von verschiedenen Seiten aussehen kann. Wenn es uns gelingt, einen lebendigen Umgang mit Meinungen, Einschätzungen, Widersprüchen und Ambivalenzen zu finden, wächst aus disziplinären Wurzeln ein interdisziplinäres Netz. Dies kommt nicht nur der Zusammenarbeit, sondern den Eltern und Kindern, die wir begleiten, ganz direkt zu gute. Verschiedene Beiträge dieser undKinder-Nummer illustrieren eindrücklich, wie das fachliche Zusammenspiel so gelingen kann, dass Kinder und Eltern individuelle Begleitung erhalten und neue Entwicklungsräume eröffnet werden können.
Ausgabe
Dezember 2011
Nummer
88
Preis
CHF 19.00
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