Marie Meierhofer Institut für das Kind

Aktuelle Projekte

Praxis- und Forschungsprojekt: „Bildungs- und Resilienzförderung im Frühbereich“

Laufzeit:
Juni 2009 – Juli 2012
Auswertungs- und Publikationsphase bis 2018

Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni
Dr. phil. Corina Wustmann Seiler

Projektmitarbeiterinnen:
lic. phil. Medea Cusati Müller; lic. phil. Eliza Spirig Mohr, M.A. Doris Frei



Im Rahmen des Praxis- und Forschungsprojekts „Bildungs- und Resilienzförderung im Frühbereich“ wurden Kindertageseinrichtungen in der Deutschschweiz dabei begleitet und gecoacht, ihre alltägliche pädagogische Arbeit stärker auf die Bildungsprozesse der Kinder auszurichten und das Beobachtungsverfahren der „Bildungs- und Lerngeschichten“ (Carr, 2001; Leu et al., 2007) in ihrer Praxis zu verankern. Anhand verschiedener Forschungsfragen wurden die Veränderungen und Auswirkungen auf allen Ebenen – den Kindern, Eltern, Fachkräften und der pädagogischen Qualität im System – wissenschaftlich untersucht und evaluiert. Darüber hinaus wurden weitere angrenzende, offene Forschungsfragen untersucht. Zum Einsatz kamen dabei leitfadengestützte Interviews und schriftliche Befragungen der Kitamitarbeitenden, Kitaleitungen und Eltern, videogestützte Beobachtungen, Entwicklungstests und Interviews mit den Kindern sowie Einschätzungen der pädagogischen Qualität.
Im Jahr 2017 wurden Publikationen aus dem Projekt vorbereitet, erstellt sowie bei einschlägigen internationalen Fachzeitschriften eingereicht. Weitere Datenauswertungen und Publikationen aus den Teilstudien des Projekts sind in Bearbeitung. Darunter befindet sich auch eine Dissertation.

Forschungsprojekt: „Langfristige Auswirkungen früher familialer Risiken auf Verhaltensprobleme und die Selbstwirksamkeit – Individuelle, familiale und ausserfamiliale Schutzprozesse“

Laufzeit:
April 2016 – März 2019

Projektleitung:
Dr. phil. Corina Wustmann Seiler

Projektmitarbeiterinnen:
Dr. phil. Fabio Sticca; Olivia Gasser-Haas, M.Sc.



Frühere Forschungsarbeiten konnten zeigen, dass die Fähigkeit von Kindern, zusammenhängende und reichhaltige Geschichten erzählen zu können sowie eine hohe Qualität in Kindertageseinrichtungen eine schützende Wirkung haben: Sie können ungünstige Auswirkungen familialer Risikobelastungen abschwächen. Längsschnittliche Belege für diese Schutzprozesse fehlen jedoch noch. Ziel der Studie ist es, die Auswirkungen früher familialer Risiken auf die sozial-emotionale Kompetenz von Kindern von der frühen Kindheit (3 bis 5 Jahre) bis zum mittleren Schulalter (9 bis 11 Jahre) längsschnittlich zu untersuchen. Dabei interessiert, wie sich die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder im Verlauf entwickeln, inwieweit 1.) mentale Repräsentationen von Kindern, wie ihre selbstwahrgenommene Kompetenz und die Fähigkeit, zusammenhängende und reichhaltige Geschichten erzählen zu können, 2.) die Qualität elterlicher Anregung und Unterstützung sowie 3.) die früher erfahrene Qualität frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen möglichen negativen Auswirkungen früher familialer Risiken entgegen wirken können. Bei der Studie handelt es sich um die Fortsetzung einer Teilstudie innerhalb des Forschungsprojekts „Bildungs- und Resilienzförderung im Frühbereich“ (2009 – 2012). Die Daten werden über Fragebögen und Interviews bei den Kindern, Eltern und Lehrpersonen erfasst. Die Studie ermöglicht neue Erkenntnisse darüber, welche Faktoren eine gesunde kindliche Entwicklung trotz Risiko ermöglichen und damit zur Entwicklung von Resilienz beitragen können. Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziell unterstützt.
Im Jahr 2017 wurde die Datenerhebung abgeschlossen sowie die Datenaufbereitung und Datenanalyse begonnen.

Evaluation der neuen Umsetzungsmodelle des Frühförderprogramms schritt:weise

Laufzeit:
Oktober 2012 - September 2018

Auftraggeber:
Verein a:primo

Projektverantwortliche:
Dr. phil. Maria Teresa Diez (Projektleitung bis Mai 2016), lic. phil. Corinne Dreifuss

Bereichsverantwortliche Forschung (seit September 2016):
Dr. phil. Patricia Lannen



Das präventive, niederschwellige Spiel- und Lernprogramm schritt:weise richtet sich an sozial benachteiligte Familien mit Kindern ab dem Alter von ein bis zwei Jahren. Kernelemente des eineinhalb Jahre dauernden, ressourcenorientierten Programms sind Hausbesuche bei den Familien sowie Gruppentreffen der teilnehmenden Familien. In die Umsetzung der Programmbausteine fliessen verschiedene Elemente der frühen Förderung sowie der Elternbildung (u.a. Bearbeitung von Themen der Eltern-Kind-Interaktion) mit ein.
In Ergänzung zum bestehenden Standardmodell wurden vom Verein a:primo vier neue Umsetzungsmodelle ausgearbeitet; sie wurden zwischen Februar 2013 und September 2017 an je einem Standort erprobt. Bei den Standorten (drei in der Deutsch-, einer in der Westschweiz) handelt es sich um Orte sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum.
Bei der Evaluation der neuen Modelle von schritt:weise interessiert als spezifischer Aspekt, inwiefern die verschiedenen Modellmerkmale bestimmte Aspekte (z.B. die erreichte Zielgruppe, die Arbeitsprozesse der Programmmitarbeiterinnen, die Wirkung des Programms) beeinflussen. Insgesamt umfasst die Evaluation der neuen Modelle Daten von 136 Familien.
Im Jahr 2017 wurden alle Pilotdurchgänge und die entsprechenden Datenerhebungen abgeschlossen. Die Daten wurden durch das Evaluationsteam modellspezifisch ausgewertet und im Rahmen von Auswertungsworkshops mit den jeweiligen Standorten und dem Verein a:primo diskutiert. Weiter wurde die Gesamtauswertung der Daten durchgeführt und die Ergebnisse für den abschliessenden Bericht zur Evaluationsstudie aufbereitet.
Der Frage nach der Nachhaltigkeit der bei den Familien erzielten Effekte wird mit einer Follow-up-Studie nachgegangen. Diese Nachbefragungen mit den Familien finden jeweils ca. ein Jahr nach Programmabschluss statt und stellen einen weiteren Teil der im Jahr 2017 erfolgten Evaluationsaktivitäten dar.

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Wissenschaftliche Begleitung der Erfassung von Umfeldfaktoren im Rahmen des Zürcher Abklärungsverfahrens zum sonderpädagogischen Bedarf im Vor- und Nachschulbereich

Laufzeit:
Mai 2014 – Dezember 2017

Auftraggeber:
Amt für Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich
Kinderspital Zürich

Projektverantwortliche:
Dr. phil. Maria Teresa Diez (bis Mai 2016), lic. phil. Corinne Dreifuss

Bereichsverantwortliche Forschung (seit September 2016):
Dr. phil. Patricia Lannen



Das 2013 im Kanton Zürich eingeführte neue Abklärungsverfahren zur Bestimmung des sonderpädagogischen Bedarfs im Vor- und Nachschulbereich hat das Ziel, den individuellen sonderpädagogischen Bedarf von Kindern im Vorschulalter (und nach dem Schulalter) unter Einbezug der verschiedenen diagnostisch tätigen Fachbereiche zu ermitteln. Das Abklärungsverfahren wird durch die Fachstelle Sonderpädagogik am Kinderspital Zürich (Abteilung Entwicklungspädiatrie) und am Kantonsspital Winterthur (Sozialpädiatrisches Zentrum SPZ) umgesetzt.
Das MMI wurde vom Amt für Jugend und Berufsberatung (AJB) des Kantons Zürich mit der wissenschaftlichen Begleitung der Implementierung des Zürcher Abklärungsverfahrens beauftragt. Mit der wissenschaftlichen Begleitung wird an der konzeptuellen Weiterentwicklung und Systematisierung der Erfassung von Umfeldfaktoren gearbeitet.
Die beiden ersten Etappen der wissenschaftlichen Begleitung (2014-2015) beinhalteten unter anderem eine Bestandsaufnahme bezüglich der Datenerfassung sowie eine Zusammenstellung relevanter Faktoren für die Umfelddiagnostik unter Einbezug einer Analyse von Fällen aus den Fachstellen sowie von Fachliteratur. Im Jahr 2016 wurde, unter anderem auf Grundlage von Gruppeninterviews mit Heilpädagogischen Früherzieherinnen und Logopädinnen, diese Zusammenstellung im Hinblick auf eine konkrete Anwendung weiter ausgearbeitet. Parallel dazu hat das MMI-Team das Thema der Erfassung von Umfeldfaktoren auf Grundlage von Fachliteratur weiter theoretisch-konzeptuell bearbeitet.
Das beschriebene Projekt war in der vierten Projektphase (2017) eingebettet in ein Projekt des AJB, mit welchem die Anwendung der ICF (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung, und Gesundheit) im Rahmen des Zürcher Abklärungsverfahrens in From eines einheitlichen Instruments, das aus einer Berichtstruktur und Wegleitung besteht, für alle sonderpädagogischen Fachgebiete eingeführt wird.
Das MMI-Projekt beinhaltete 2017 die Operationalisierung der Umfeldfaktoren mit Einbezug der ICF-Systematik, die Integration der Umfeldfaktoren in die ICF-Berichtstruktur des AJB-Projekts und die Ausarbeitung der entsprechenden Teile der zur Berichtstruktur gehörenden Wegleitung. Des Weiteren wurde eine Handreichung zum Thema der Eltern-Kind-Interaktion erstellt, in welcher der entsprechende Abschnitt der Wegleitung vertieft wird.

Partizipation in der frühen Kindheit – Kontexte, Inhalte, Methoden

Laufzeit:
ab 2015

Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni
Dr. phil. Maria Teresa Diez (bis Mai 2016)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
lic. phil. Corinne Dreifuss



Im seit 2015 laufenden Projekt befasst sich das MMI in Form von verschiedenen Aktivitäten mit dem Thema Partizipation in der frühen Kindheit. Mit dem Projekt soll ein Beitrag zum Diskurs des Themas und zur Diskussion von Möglichkeiten, Inhalten und Formen der Partizipation junger Kinder geleistet werden.
Der zentrale Teil des MMI-Projekts bestand in der systematischen Auseinandersetzung mit den internen Projekten, Angeboten und Produkten des MMI. Die Projektaktivitäten zwischen 2015 und 2016 umfassten unter anderem die Dokumentation der seit 2010 realisierten Praxis- und Forschungsaktivitäten, die den Ausgangspunkt bildete für einen Analyseprozess zur Frage, wie Angebote und Projekte, die partizipative Prozesse in der frühen Kindheit umsetzen oder sich mit ihnen auseinandersetzen, verortet und verglichen werden können. Als Ergebnis dieser Analyse wurde ein Übersichtsschema zur Reflexion kindlicher Partizipation im Frühbereich erarbeitet, und die im Dezember 2016 erschienene Ausgabe Nr. 98 der MMI-Fachzeitschrift undKinder widmete sich dem Thema Partizipation in der frühen Kindheit.
Die Projektaktivitäten im Jahr 2017 beinhalteten Vernetzungstätigkeiten wie die Teilnahme an Sitzungen der Fachgruppe Partizipation mit jungen Kindern, an der unter anderem das Kinderbüro Basel und Fachpersonen des Erziehungsdepartements des Kantons Basel-Stadt beteiligt sind, sowie die Gestaltung eines Kolloquiumtermins am Institut Kinder- und Jugendhilfe der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW. Des Weiteren haben sich im Oktober 2017 alle MMI-Fachmitarbeitenden im Rahmen eines Workshops wieder vertieft mit dem Thema der Partizipation in der frühen Kindheit auseinandergesetzt.
Das Projekt wird von der Mercator Stiftung Schweiz mitfinanziert.

Forschungsprojekt: Leben mit Brüchen und Verlusten in der frühen Beziehungsumwelt

Laufzeit:
2012 – 2016; Dissertation bis 2018

Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni
Dr. phil. Maria Teresa Diez Grieser (bis Mai 2016)

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:
lic. phil. Maria Mögel (Doktorandin bei Prof. S. Perren, Universität Konstanz)
lic. phil. Gaby Ryffel

Finanzierung:
Das Projekt wurde wesentlich von folgenden Geldgebern finanziert: AJB (Startphase)
Clariant Foundation, Ernst Göhner-Stiftung, Florindon Stiftung, Hamasil Stiftung, Heusser Staub Fonds, Schweizerischer Nationalfonds, Stiftung Luna, Viktor Dürrenberger Stiftung



Mit einer retrospektiven und einer prospektiven Studie zur Lebenssituation von Säuglingen und jungen Kindern, die in Fremdplatzierungskontexten aufwachsen bzw. aufgewachsen sind, wird an die Anliegen der Forschungsarbeiten von Marie Meierhofer zur „Frustration“ von in Heimen betreuten Säuglingen angeknüpft.

Retrospektive Studie
Im Zentrum der retrospektiven Studie stehen die Lebensverläufe von 354 Personen, deren Start ins Leben durch die Fremdunterbringung in Säuglingsheimen geprägt ist und zwischen 1958-1961 von Dr. Marie Meierhofer auf Ihre Entwicklung untersucht wurden. 2013/2014 wurde mit 16 dieser Personen ein persönliches, teil-narratives Interview von ca. 1½ Stunden Dauer geführt werden. Daraus konnten erste Erkenntnisse zur weiteren psychosozialen Entwicklung sowie zu Resilienzfaktoren und -prozessen generiert werden, welche die Lebensverläufe bzw. das Erleben und Handeln dieser ehemaligen Säuglingsheimkinder zu strukturieren scheinen. Die Aufarbeitung der Studie erfolgte in einem 2013 publizierten Fachartikel und anhand einer umfassenden Forschungsdokumentation z.H. des Marie Meierhofer Institutes für das Kind.
Im Rahmen des NFP76 zu Fürsorge und Zwang (schweizerischer Nationalfonds) wurde nun eine grossangelegte Weiterführung des Projektes erarbeitet, in welchem alle 354 Individuen erneut auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden untersucht werden sollen. Sie sollen zudem mit Personen im selben Alter, welche aber in Familien aufwuchsen und im Rahmen der Zürcher Longitudinalstudie der Entwicklungspädiatrie am Kinderspital Zürich untersucht werden, verglichen werden. So wird es möglich sein zu eruieren, ob Defizite, die in der Erstuntersuchung festgestellt wurden, noch nachweisbar sind und inwiefern es den Individuen möglich ist, trotz schwierigen Startbedingungen ein erfülltes Leben zu führen. Der Entscheid über die Finanzierung wird Mitte Mai 2018 erwartet.

Prospektive Studie
In der prospektiven Studie interessierte die Perspektive fremdplatzierter Vorschulkinder auf ihre zweifache Zugehörigkeit zu Herkunftsfamilie und Platzierungskontext unter folgenden Aspekten: Wie erleben und integrieren Vorschulkinder, die in Pflegefamilien oder Heimen aufwachsen ihre verschiedenen Beziehungswelten? Welche Rolle spielen dabei ihre Lebensumwelten (Anzahl und Qualität der Betreuungs- und Kontaktsettings) und die aktuelle psychische Befindlichkeit der Kinder? 18 Kinder zwischen 3 und 6 Jahren, je neun Kinder aus Heimen und 9 Kinder aus Pflegefamiliensettings und ihre Hauptbezugspersonen im Alltag, sowie auch zwei Mütter nahmen an der Untersuchung teil. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die untersuchten Kinder dezidierte Vorstellungen über ihre Beziehungswelten zur Darstellung haben, die sich je nach Platzierungssetting spezifisch und deutlich voneinander unterschieden. Diese Ergebnisse zu grösserer Kohärenz der Narrative und höheren Commitments in Pflegefamiliensettings stehen in Einklang mit vorhandenen Forschungsbefunden und wurden durch weitere Itemanalysen zum Zugehörigkeitserleben in der Studie unterstützt.
Die obigen Befunde wurden im Schlussbericht zuhanden des Schweizer Nationalfonds (November 2015) dokumentiert und sollen nun in Einzelfall- und Paarvergleichen detaillierter nachverfolgt werden.
Ausserdem sind verschiedene Formate der Kommunikation des Forschungsoutputs an die Studienteilnehmer (Kinder, (Pflege-)Eltern und Bezugspersonen), involvierte Institutionen und an ein interessiertes Fachpublikum in Vorbereitung. Die Aufarbeitung zur Theorie und praktischen Relevanz des Zugehörigkeitserlebens in Platzierungssettings wurde in zwei Buchkapiteln (Mögel, 2013, Pedrina & Mögel, 2014) und einem Übersichtsartikel zu Platzierungsprozessen in der frühen Kindheit publiziert (Mögel 2015). Die Ergebnisse der Studie sollen im Rahmen einer Monographie aufgearbeitet werden. Diese wird bis Frühling 2018 abgeschlossen.

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Evaluation des Projekts MIMUKI – Gut integriert durch Sport und Spiel

Laufzeit:
Februar 2018 bis Februar 2019

Auftraggeber:
Sport Union Schweiz

Projektleitung:
Dr. phil. Patricia Lannen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
M.A. Isabelle Duss



Familien mit Migrationshintergrund sind im Vorschulturnen meist untervertreten. Mit dem Projekt MIMUKI möchte der Verband der Sportunion Schweiz eine interkulturelle Öffnung der lokalen Mitgliedervereine unterstützen und jeweils eine bis drei Familien mit Migrationshintergrund in das in der Schweiz weit verbreitete und gut etablierte Angebot des MuKi/VaKi/ElKi/GoKi-Turnens einbinden. Das Angebot ist auf Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren ausgerichtet. Neben der nachgewiesenen positiven Wirkung von Bewegung in der frühen Kindheit auf die motorische Entwicklung, die exekutiven Funktionen und die Gesundheit sollen mit dem MIMUKI Projekt vor allem auch Ziele der Integration und sozialen Vernetzung verfolgt werden.
Zwischen 2012 und 2015 fand in der Gemeinde Hochdorf LU eine Pilotphase mit zufriedenstellenden Ergebnissen statt. Weitere Standorte kamen zwischen 2015 und 2017 gestaffelt hinzu. Das MMI wurde von der Sport Union Schweiz beauftragt, das Projekt im Sinne einer Qualitätssicherung und Weiterentwicklung für die nächste Phase zu evaluieren. Gemeinsam mit der MIMUKI-Projektleitung wurden die praxisrelevanten Fragestellungen identifiziert, für welche im nächsten Schritt spezifisch und systematisch Daten erhoben werden. Dazu werden mit den einzelnen Akteuren Interviews und zur Erfassung der Kinderperspektive ein Kinderworkshop durchgeführt. Zudem werden einzelne MIMUKI-Lektionen durch das Evaluationsteam mithilfe der teilnehmenden Beobachtung evaluiert. Die Evaluation soll Informationen dazu liefern, wie die Umsetzung von MIMUKI optimiert und das Potential des Verbandes für kulturelle Öffnung maximal ausgeschöpft werden kann. Zusätzlich sollen Aussagen zur Eignung von MIMUKI als konkretes Angebot erfasst werden. Des Weiteren wird die Evaluation so aufgesetzt, dass die Themen der Integration und das Gefühl von Zugehörigkeit sowie Möglichkeiten zu deren Förderung beleuchtet werden.

Programmanalyse und Erarbeitung von Empfehlungen hinsichtlich einer evidenz-informierten Programmentwicklung von AMIE

Laufzeit:
Januar 2018 bis Juli 2018
Auftraggeber:
UBS Optimus Foundation

Projektleitung:
Dr. phil. Patricia Lannen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
Dr. Christiane Lorenz



Mit dem Programm AMIE werden junge Mütter ohne Erstausbildung in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung unterstützt. Ziel ist, dass die Mütter finanziell unabhängig und in ihrer Persönlichkeit sowie ihren Alltags- und Erziehungskompetenzen gestärkt werden. Die Kinder werden bei AMIE ebenfalls regelmässig mit einbezogen und sind damit genauso wie die Mütter Zielgruppe von AMIE. Standort des Programms ist Basel-Stadt, es können jedoch Mütter und Kinder aus den Kantonen AG, BS, BL und SO teilnehmen.
Das Programm AMIE wurde seit der Gründung vor 10 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Aus der Idee des Programms haben sich mittlerweile ähnliche Programme an weiteren Standorten entwickelt.
Ziel des laufenden Projekts ist nun, das aktuell bestehende Programm in Basel zu analysieren und zu beschreiben. Ausserdem werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit ähnlichen Programmen erfasst. Im Sinne einer wirkungsorientierten Programmentwicklung wird ein Wirkungsmodell entwickelt und AMIE in der bestehenden Programmlandschaft in der Schweiz verortet. Die Erhebung von Informationen und Daten erfolgt über Interviews und Workshops. Die Resultate werden so eng wie möglich mit den Programmmitarbeitenden von AMIE erarbeitet, um die Nähe zur Praxis zu garantieren.

Retrospective Review of the Children and Violence Evaluation Challenge Fund

Laufzeit:
Januar 2018 bis Juni 2018

Auftraggeber:
Children and Violence Evaluation Challenge Fund/Elevate Children Funders Group

Projektleitung:
Dr. phil. Patricia Lannen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
Dr. Christiane Lorenz



The Children and Violence Evaluation Challenge Fund (CVECF) was founded in 2011 and aims to improve the scientific evidence-base on what works to prevent violence against children.
After its 1st and 2nd call in 2011 and 2012 respectively, the CVECF has funded a total of 17 programme evaluations in low- and middle-income countries. The funding was always provided for a team consisting of implementers and evaluators, in order to guarantee a close collaboration between the implementation of the programme and the scientific research. Today, most of the funded programme evaluations have been completed and the results have been reported back to the fund.
To optimize the approach of the fund regarding future calls, and its operational procedures during further evaluations, a retrospective review is carried out to harvest the wealth of knowledge accumulated during the five years of operation of the fund.
The review relies on semi-structured interviews with relevant informants, including grantees (implementers and evaluators), steering committee members, evaluation experts and the grant coordinator. The findings result in recommendations concerning the design of the 3rd call and the grant programme.

Expert Consultation: Know Violence

Laufzeit:
Mai 2018 bis September 2018

Auftraggeber:
Child Protection Funders

Projektleitung:
Dr. phil. Patricia Lannen



For this expert consultation, a rapid scan of stakeholders' impressions about the Know Violence initiative will be conducted in order to identify its strengths and weaknesses, and next steps to capitalize on the learning.
For this purpose, a round of consultations comprising of about 15 interviews with key stakeholders of the Know Violence initiative will be held and key findings summarized in a presentation. The purpose of this assignment is to summarize learnings from the initiative and inform donors’ reflections about next steps.

Evaluation des Projektes Spielen ohne Grenzen

Laufzeit:
Juni 2018 bis April 2019

Auftraggeberin:
Pro Juventute

Projektleitung:
Dr. phil. Patricia Lannen

Projektmitarbeiterinnen:
Dr. sc. Christiane Lorenz



Das Projekt Spielen ohne Grenzen ist ein Angebot der Stiftung Pro Juventute, welches gemeinsam mit dem Projektpartner Fachstelle SpielRaum durchgeführt wird. Mit dem Spielbus der Fachstelle SpielRaum werden Asyl- und Durchgangszentren für Familien während einer Aktionswoche besucht. Mit den Kindern und ihren Bezugspersonen wird in dieser Woche gemeinsam und direkt vor Ort Spielmaterial für das Spiel draussen hergestellt und mit diesem Material eine Ludothek für das gesamte Zentrum eingerichtet.

Das Projekt Spielen ohne Grenzen soll zwischen Mai 2018 und April 2019 vom Marie Meierhofer Institute wissenschaftlich begleitet und explorativ evaluiert werden. Die Evaluation soll den Wert des Projekts demonstrieren sowie Informationen zu verschiedenen Merkmalen der Umsetzung und des Verlaufs liefern. Dafür sollen potentielle Veränderungen des Spiel- und Sozialverhaltens der Kinder, des Befindens der Zentrumsbewohner und -mitarbeiter sowie der Stimmung und Spielkultur innerhalb des Zentrums während des Besuchs des Busses und danach systematisch dokumentiert werden. Zudem werden unabhängig von der Örtlichkeit Asylzentrum Informationen zur Nutzung von selbsthergestelltem Spielmaterial für den Aussenraum generiert.
Die Evaluation soll dabei der Weiterentwicklung des Programmes zugute kommen. Die spezifischen Resultate zur Nachhaltigkeit und deren Prädiktoren sollen Informationen zu strategischen Entscheidungen zur Umsetzung in der nächsten Programmphase liefern.
Die praxisrelevanten Fragestellungen der Evaluation wurden vom Evaluationsteam gemeinsam mit der Projektleitung von Spielen ohne Grenzen identifiziert. Die Möglichkeiten und die Grenzen des Projektes sowie dessen Nachhaltigkeit werden vorwiegend durch Selbsteinschätzungen und Fremdbeobachtungen erhoben. Dazu werden Interviews mit den Kindern und erwachsenen Bewohner der Asylzentren, den Zentrumsmitarbeitenden sowie dem Projektteam Spielbus geführt. Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen werden zudem standardisierte und systematische Beobachtungen vor, während und Monate nach dem Einsatz des Buses vornehmen.
Für die Analyse werden vorwiegend qualitative und einige quantitative Informationen aus mehreren Quellen zur Verfügung stehen.
Bestandteil des Auftrags ist ein Schlussbericht, in welchem die Ergebnisse der verschiedenen untersuchten inhaltlichen Bereiche formativ und summativ dargestellt und Empfehlungen bezüglich der Weiterentwicklung des Angebotes formuliert werden.