Aktuelle Forschungsprojekte
Das MMI betreibt seit seiner Gründung Grundlagenforschung mit einem hohen Anspruch an die wissenschaftliche Qualität.
Was sind die langfristigen Auswirkungen von Säuglingsheimplatzierungen in den 1950er- und 1960er- Jahren in der Schweiz? Dieser Frage gehen wir im Projekt "Lebensgeschichten" nach.
In unserer vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Längsschnittstudie untersuchen wir die Entwicklung der Spielbereitschaft des Kindes, wie wir das Kind darin am besten begleiten können und was das langfristig bewirkt.
Das KiDiM-Forschungsprojekt untersucht, wie digitale Medien den Alltag und die Entwicklung kleiner Kinder prägen. Ziel ist es, wissenschaftliche Grundlagen zu stärken und belastbare Empfehlungen für Familien und Fachpersonen abzuleiten.
Der KiDiMCoach unterstützt Fachpersonen dabei, Eltern von Kleinkindern im Umgang mit digitalen Medien zu begleiten. Das partizipativ entwickelte WhatsApp-Tool verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit praxisnaher Beratung für den Familienalltag.
Was bedeutet Geborgenheit – und wodurch entsteht sie? Das Projekt untersucht Geborgenheit wissenschaftlich und entwickelt ein Instrument, das individuelle Bedeutungen sichtbar macht und Zusammenhänge mit psychischem Wohlbefinden erfassbar werden lässt.
Qualitativer Studienarm Zürcher Longitudinalstudien: Was bedeutet die eigene Kindheit im Rückblick? Dieses Projekt ergänzt die Zürcher Longitudinalstudien um qualitative Erhebungen und macht sichtbar, wie Menschen ihre frühen Erfahrungen deuten und in ihre Lebensgeschichte einordnen.
Das MMI begleitet und evaluiert das Netzwerk Familie Liechtenstein, ein niederschwelliges Angebot nach dem Modell Früher Hilfen. Die Evaluation untersucht Umsetzung und Wirkung und soll zur Weiterentwicklung der Versorgung psychosozial belasteter Familien beitragen.
Abgeschlossene Projekte
Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation eines Gruppentherapieangebotes für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung und psychischen Belastungen
Für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung und psychischen Belastungen entsteht ein entwicklungs- und bindungsorientiertes Gruppentherapieangebot in der Trägerschaft des KJPD der Spitäler Schaffhausen, das im Rahmen einer vorerst dreijährigen Pilotphase umgesetzt wird. Das Projekt wird im Rahmen der Pilotlaufzeit der ersten drei Jahre vom Marie Meierhofer Institut für das Kind wissenschaftlich begleitet und extern evaluiert werden.
Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation findet als kombinierte Umsetzungs- und Wirkungsevaluation statt. Es werden sowohl Erkenntnisse aus der bereits existierenden Forschungsliteratur sowie spezifisch für dieses Angebot erhobene Daten kombiniert genutzt. Für letzteres werden qualitative wie auch standardisiert/quantitative Elemente aus mehreren Datenquellen (Kinder/Jugendliche und Familien, Therapeut:innen, Sozialberater:innen, Lehrpersonen) eingesetzt.
Laufzeit:
05/2023 - 12/2025
Auftraggeber:
KJPD Schaffhausen
Projektleitung:
PD Dr. habil. Patricia Lannen (Institutsleitung MMI)
Projektmitarbeiter:innen:
Dr. phil. Selin Kilic, Postdoc
Dr. phil. Vanda Capon-Sieber, Senior Researcher
ehemalige Projektmitarbeiter:innen:
Vera Sieber, B.Sc., wissenschaftliche Mitarbeiterin
Abgewiesene Asylsuchende haben in der Schweiz ein Recht auf Hilfe in Notlagen. Dies beinhaltet den Anspruch auf Hilfe, Betreuung und Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind1. Nothilfe ist strikt auf das Minimum beschränkt, beinhaltet minimale Lebensmöglichkeiten und ein Arbeits- und Ausbildungsverbot für die Betroffenen in der Schweiz. Diese Massnahmen sollen rasche Rückführungen in die Herkunftsländer innerhalb von maximal drei Monaten begünstigen2. Während des letzten Quartals 2019 befanden sich in der Schweiz etwa 1000 Kinder und Jugendliche in Nothilfe, über 500 davon seit über einem Jahr3. Es besteht die dringende Befürchtung, dass die mit dem Nothilfe-Regime verbundenen Lebensbedingungen mit wachsender Verweildauer negative Auswirkungen auf die betroffenen Kinder und Jugendlichen haben könnten. Eine systematische Übersicht zur Situation von Kindern und Jugendlichen in Nothilfe in der Schweiz existiert allerdings nicht. Im Auftrag der Eidgenössischen Migrationskommission (EKM) wird die Situation von abgewiesenen Familien mit Kindern und Jugendlichen systematisch dokumentiert und evaluiert.
Im Verlauf der Studie wird erhoben, wie viele Kinder und Jugendliche sich in der Nothilfe befinden, wie lange sie dort im Durchschnitt verweilen, wie die Kinder beschult und betreut werden, wie sich die Nothilfestrukturen gestalten und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich in der Umsetzung der Nothilfe schweizweit zeigen. Weiter wird dokumentiert, wie die Lebensumstände der Kinder und Jugendlichen aussehen, inwiefern unter diesen Bedingungen eine gesunde Entwicklung möglich ist und ob Grundrechte wie Bildung, Zugang zu medizinischer Versorgung, ein sicheres Zuhause, Schutz vor Gewalt usw. gewährleistet sind. Dies soll anhand einer flächendeckenden Fragebogenuntersuchung, teilnehmender Beobachtung und Familiengesprächen, in denen Betroffene selbst zu Wort kommen, dokumentiert werden. Der Perspektive der Kinder und Jugendlichen soll ein besonderes Augenmerk gewidmet werden.
1 Art. 12, BV; 2 ag-nothilfe.ch; 3 SEM, 2020
Download Bericht EKM "Kinder und Jugendliche in der Nothilfe im Asylbereich. Systematische Untersuchung der Situation in der Schweiz."
Download Rechtsgutachten EKM "Das Nothilferegime und die Rechte des Kindes."
Projektteam:
PD Dr. habil. Patricia Lannen (Institutsleitung MMI)
Dr. phil. Raquel Paz Castro, Senior Researcher
ehemalige Projektmitarbeiter:innen:
Vera Sieber, B.Sc., wissenschaftliche Mitarbeiterin
2. Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation von HEART, ein Projekt der HEART Association
Die Umsetzung des HEART-Programms wurde bereits 2020 vom Marie Meierhofer Institut für das Kind in einer qualitativen Prozessevaluation wissenschaftlich begleitet. Basierend auf den Ergebnissen von halbstrukturierten Interviews mit Fachpersonen konnte gezeigt werden, dass HEART ein niederschwelliges Programm mit hohem Potenzial ist – insbesondere für jene Kinder, deren Förderbedarf nicht ohne Weiteres erkannt und adressiert werden kann.
Im Rahmen der laufenden Wirkungsevaluation wird nun geprüft, welche Wirkung das HEART-Programm auf die sozio-emotionale Entwicklung von Schülerinnen und Schüler hat und wie der Verlauf der Lehrpersonenbelastung und des Klassenklimas in Klassen aussieht, aus denen einige Kinder das HEART-Programm besuchen. Dazu werden alle Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2022-23 am Programm teilnahmen, sowie die entsprechenden Klassenlehrpersonen und die HEART-Fachpersonen befragt. Dabei werden im Wesentlichen folgende Informationen erfasst: Befinden, sozio-emotionale Kompetenzen sowie Selbstwirksamkeit der Schülerinnen und Schüler, Belastung der Lehrpersonen, Störungen im Unterricht und Förderziele der am Programm teilnehmenden Kinder. Die Auswertung der erhobenen Daten soll es ermöglichen, die kurz- und mittelfristige Wirksamkeit der Implementierung des HEART-Programms während eines vollständigen Schuljahres zu prüfen.
Laufzeit:
06/2022 - 09/2023
Projektteam:
Dr. phil. Raquel Paz Castro, Senior Researcher (Projektleitung)
PD Dr. habil. Patricia Lannen (Institutsleitung MMI)
ehemalige Projektmitarbeiter:innen:
Sven Staub, B.Sc., wissenschaftlicher Mitarbeiter
Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation für das SOS Kinderdorf Lichtenstein: Mutter-Kind-Therapie
In der Schweiz und in Liechtenstein existieren nur wenige Mutter-Kind-Therapieplätze zur Behandlung psychischer Erkrankungen während und nach der Schwangerschaft. Hinzu kommt, dass die Betreuungskosten für das Baby nicht von der Krankenkasse übernommen werden, was Familien in finanziell herausfordernden Situationen zusätzlich belastet. Das Angebot des SOS Kinderdorf Liechtenstein setzt sich mit seiner finanziellen Unterstützung für die betroffenen Familien und Kinder ein und bietet ihnen unbürokratisch und schnell Hilfe für den Klinikaufenthalt mit dem Baby zusammen an.
Das Marie Meierhofer Institut für das Kind begleitete und evaluierte das Angebot des SOS Kinderdorf Liechtenstein zwischen Herbst 2022 und Winter 2023. Dabei sollten die Umsetzung und Wirkung des Angebots näher betrachtet werden.
Im Rahmen dieser Evaluation werden zum einen «Good Practices» hinsichtlich des Angebotes von Mutter-Kind-Therapieplätzen zusammengetragen. Desweiteren werden Interviews mit Müttern, denen eine finanzielle Unterstützung zugesichert wurde, und mit Sozialarbeitenden in verschiedenen Kliniken, die Mutter-Kind-Therapieplätze anbieten, durchgeführt. Die Ergebnisse der Evaluation sollen dazu beitragen, die Versorgung sozio-ökonomisch belasteter Familien zukünftig weiter auszubauen und zu verbessern.
Laufzeit:
10/2022 - 12/2023
Projektteam:
PD Dr. habil. Patricia Lannen (Institutsleitung MMI)
Dr. phil. Raquel Paz Castro, Senior Researcher
ehemalige Projektmitarbeiter:innen:
Sven Staub, B.Sc., wissenschaftlicher Mitarbeiter (Projektleitung)
Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation von «Arche Für Familien»
«Arche Für Familien» ist ein Angebot der konfessionell und politisch
unabhängigen Non-Profit-Organisation Verein Arche Zürich. Diese geht der Vision nach, dass jedes Kind in sicheren und entwicklungsfördernden Beziehungen aufwachsen kann. Schwangere, Eltern mit Babys und Kleinkindern in Übergängen und Krisen sowie Familien in mehrfach belastenden Lebensumständen mit Kindern von 0 bis 14 Jahren finden bei «Arche Für Familien» Beratung, Begleitung und Unterstützung.
Die Evaluation soll die Wirkungsweise von «Arche Für Familien» beleuchten sowie Informationen zu verschiedenen Merkmalen der Umsetzung und des Verlaufes liefern.
Laufzeit:
10/2020 - 05/2021
Projektleitung:
PD Dr. habil. Patricia Lannen (Institutsleitung MMI)
Projektmitarbeiter:innen:
Ivan Ruiz Gallego, B.Sc., wissenschaftlicher Mitarbeiter
Wissenschaftliche Begleitung und Wirksamkeitsevaluation von Miteinander Turnen (MiTu)
Miteinander Turnen (MiTu) ist ein Projekt der Sport Union Schweiz, dass das schweizweit gut etablierte Vorschulturnangebot MuKi/VaKi/GroKi-Turnen erweitert. MiTu ist auf Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren ausgerichtet und verfolgt ebenfalls das Ziel, durch vielseitige, abwechslungsreiche Erlebnislektionen die Freude an der Bewegung bei Kindern und Erwachsenen zu wecken, zu fördern und zu erhalten. Familien mit Kindern mit einer Beeinträchtigung, Familien mit verschiedenen kulturellen oder sprachlichen Hintergründen und Familien mit sozioökonomischen Herausforderungen sind in Vorschulturngruppen oft untervertreten. Ziel des Verbandes der Sport Union Schweiz ist es, durch MiTu einen Beitrag zu einem gleichberechtigten Zugang zum Vorschulturnen zu leisten. Die Evaluation soll die Wirksamkeit von MiTu in Bezug auf einen chancengleichen Zugang für Familien mit besonderen Bedürfnissen ermitteln und in diesem Zusammenhang wirksamkeitsrelevante
Faktoren identifizieren.
Laufzeit:
10/2020 - 10/2021
Projektleitung:
PD Dr. habil. Patricia Lannen (Institutsleitung MMI)
ehemalige Projektmitarbeiter:innen:
Ivan Ruiz Gallego, B.Sc., wissenschaftlicher Mitarbeiter
Sven Staub, B.Sc., wissenschaftlicher Mitarbeiter
Das Forschungsprojekt «Kinder in multilokalen Familienarrangements» beschäftigte sich mit den Wohn- und Betreuungsarrangements von Kindern, deren Eltern nicht zusammenwohnen. In der Schweiz betrifft dies rund 250'000 Kinder. Im Fokus des Projektes standen die rund 125‘000 Kinder, die regelmässig zwischen ihren Eltern pendeln (vgl. Stutz et al, 2022).
Für mehr und mehr Kinder wird es zum Alltag, an zwei Orten zuhause zu sein; entweder weil ihre Eltern sich getrennt haben oder weil sie in einer Regenbogen- und Patchwork-Familie aufwachsen. Verschiedene Aspekte dieser Familienformen werden eifrig privat und medial diskutiert. Nicht selten geht es dabei sogar um Themen, die das Wohl der Kinder betreffen. Trotzdem ist wenig darüber bekannt, wie Kinder und Eltern sich über zwei oder mehr Haushalte hinweg organisieren und wie es ihnen damit geht.
Das Forschungsprojekt «Kinder in multilokalen Familienarrangements» wurde in zwei sich ergänzenden Teilstudien umgesetzt: mit einer schweizweiten repräsentativen Online-Befragung (Stutz et al., 2022) sowie mit soziologischen Analysen von je zehn Fällen in den Kantonen Zürich und Waadt (Degen & Guggenbühl, 2023).
Laufzeit:
2019 - 2022
Projektteam:
Dr. Heidi Simoni (Gesamtleitung), Muriel Degen (Teilprojekt 2/Zürich), Marie Meierhofer Institut für das Kind, Zürich
Prof. Andrea Büchler, Zeno Raveane, Rechtswissenschaftliches Institut, Universität Zürich
Heidi Stutz (Teilprojekt 1), Tanja Guggenbühl (Teilprojekt 2/Waadt), Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS, Bern
Prof. Andrea Maihofer, Zentrum für Gender Studies, Universität Basel
Publikationen:
Degen, M., Guggenbühl, T. (2023): «Aufwachsen in multilokalen Familien. Einblicke in qualitative Fallstudien bei Nachtrennungs-, Patchwork- und queeren Familien in den Kantonen Zürich und Waadt». Marie Meierhofer Institut für das Kind (Zürich) und Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS (Bern), Zürich.
Degen, M., Guggenbühl, T. (2023): «Etudes de cas qualitatives en lien avec des familles séparées, recomposées et queer dans les cantons de Zurich et de Vaud», rapport final du sous-projet 2, dans le cadre du projet de recherche «Enfants dans les arrangements familiaux multilocaux», Institut Marie Meierhofer pour l‘enfant (Zurich) et Bureau d‘études de politique du travail et de politique sociale BASS (Berne), Zurich.
1. Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation von HEART
HEART ist ein kunstpädagogisches Förderprogramm für Kinder von sechs bis zwölf Jahren, das sich zum Ziel setzt, die Selbstachtung und das Selbstbewusstsein von Kindern zu stärken, sie bei verantwortungsbewussterem Handeln zu unterstützen und ihre Kreativität zu fördern. Der Ursprung von HEART liegt in Grossbritannien und wird durch die «art rooms» umgesetzt.
Die Evaluation kombiniert eine Prozess- und Outcome-Evaluation und sollte Informationen zur Umsetzung in der Schweiz sowie erste Erkenntnisse zur Wirksamkeit von HEART liefern.
Die Evaluation wurde als multi-methodales (qualitativ und quantitativ) Prä-Post-Design angelegt und setzte standardisierte Fragebögen sowie halb-strukturierte Interviews um. Um eine möglichst breite Sicht auf das Programm zu erhalten, wurden Informationen von mehreren Perspektiven erhoben – inklusive der Kinder selbst.
Laufzeit:
04/2019 - 09/2020
Auftraggeber:
Max Kohler Stiftung
Projektleitung:
PD Dr. habil. Patricia Lannen (Institutsleitung MMI)
Projektmitarbeiter:innen:
Isabelle Duss, M.A., Doktorandin
Wie geht es den Kindern, die mit ihren Familien in Asylunterkünften leben, was tun sie den ganzen Tag, was beschäftigt sie, was gefällt ihnen, was nicht? Bislang weiss man in der Schweiz kaum etwas darüber.
Die wenigen Studien, die bislang Einblicke in das Leben von begleiteten Kindern in Gemeinschaftsunterkünften gewähren, weisen darauf hin, dass Kinder sich von der Aussenwelt isoliert und in der Unterkunft unwohl fühlen, dass sie die nähere Umgebung nicht kennen (vgl. z.B. Asefaw/Bombach/Wöckel 2018; Eisenhuth 2015), ihre Rechte nicht in gleicher Weise umgesetzt werden wie die gleichaltriger Einheimischer (Klingelhöfer & Rieker 2003) und diese Unterbringungsform nicht im «best interest» von Kindern ist (World Vision & Hoffnungsträger Stiftung 2016).
Nach einer Pilotstudie und Interviewreihe mit Fachpersonen und Freiwilligen findet seit 2019 die Hauptstudie statt: Für diese ethnographisch angelegte Forschung ist Clara Bombach regelmässig in der Nacht, unter der Woche, am Wochenende, in den Ferien- und Schulzeiten vor Ort in einer Gemeinschaftsunterkunft in der Schweiz, hört den Kindern zu und begleitet ihren Alltag.
Das Projekt wird von der Palatin Stiftung und der Hans Konrad Rahn Stiftung finanziert.
Clara Bombach promoviert im Rahmen dieser Studie am Institut für Erziehungswissenschaft an der Universität Zürich.
Laufzeit Pilotstudie:
2018 - 2019
Laufzeit Hauptstudie:
2019 - 2022
Projektleitung:
Clara Bombach, M.A.
Frühere Forschungsarbeiten konnten zeigen, dass die Fähigkeit von Kindern, zusammenhängende und reichhaltige Geschichten zu erzählen, sowie eine hohe Qualität in Kindertageseinrichtungen eine schützende Wirkung haben: Sie können ungünstige Auswirkungen familialer Risikobelastungen abschwächen. Längsschnittliche Belege für diese Schutzprozesse fehlen jedoch noch. Ziel der Studie ist es, die Auswirkungen früher familialer Risiken auf die sozial-emotionale Kompetenz von Kindern von der frühen Kindheit (drei bis fünf Jahre) bis zum mittleren Schulalter (neun bis elf Jahre) längsschnittlich zu untersuchen. Dabei interessiert, wie sich die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder im Verlauf entwickeln, inwieweit 1.) mentale Repräsentationen von Kindern wie ihre selbstwahrgenommene Kompetenz und die Fähigkeit, zusammenhängende und reichhaltige Geschichten erzählen zu können, 2.) die Qualität elterlicher Anregung und Unterstützung sowie 3.) die früher erfahrene Qualität frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen möglichen negativen Auswirkungen früher familialer Risiken entgegenwirken können.
Bei der Studie handelt es sich um die Fortsetzung einer Teilstudie innerhalb des Forschungsprojekts «Bildungs- und Resilienzförderung im Frühbereich» (2009–2012). Die Daten wurden über Fragebögen und Interviews bei den Kindern, Eltern und Lehrpersonen erfasst. Die Studie ermöglicht neue Erkenntnisse darüber, welche Faktoren eine gesunde kindliche Entwicklung trotz Risiko ermöglichen und damit zur Entwicklung von Resilienz beitragen können. Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziell unterstützt.
Projekt:
Langfristige Auswirkungen früher familialer Risiken auf Verhaltensprobleme und die Selbstwirksamkeit – Individuelle, familiale und ausserfamiliale Schutzprozesse
Laufzeit:
04/2016 - 03/2020
Projektleitung:
Prof. Dr. phil. Corina Wustmann Seiler (PHZH)
Dr. phil. Heidi Simoni (MMI)
Projektmitarbeiter:innen:
Dr. phil. Fabio Sticca, Senior Researcher
Olivia Gasser-Haas, M.Sc., wissenschaftliche Mitarbeiterin
Publikationen:
Sticca, F., Gasser-Haas, O. & Wustmann Seiler, C. (2023). The interplay among familial risk, narrative coherence, and emotional problems from early to middle childhood. Frontiers in Psychology: Developmental Psychology, 14, 969974. http://dx.doi.org/10.3389/fpsyg.2023.969974
Wustmann Seiler, C., Sticca, F., Gasser-Haas, O. & Simoni, H. (2022). Long-term promotive and protective effects of early childcare quality on the social-emotional development in children. Frontiers in Psychology: Educational Psychology, 13, 854756. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2022.854756
Wustmann Seiler, C., Kammerer, C. & Villiger, A. (2022). «Jetzt sehe ich, was mein Kind für Fortschritte macht!» – Wie verändern die «Bildungs- und Lerngeschichten» die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern? Ergebnisse aus zwei Evaluationsstudien in Kindertageseinrichtungen der Schweiz. Frühförderung interdisziplinär, 41 (Pre-print online). http://dx.doi.org/10.2378/fi2022.art22d
Gasser-Haas, O., Sticca, F. & Wustmann Seiler, C. (2022). Erziehungsbezogene elterliche Depressivität und Selbstwirksamkeitserwartung von Kindern: Die Rolle von Freundschaftsqualität. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 69 (e-only). http://dx.doi.org/10.2378/peu2022.art10d
Gasser-Haas, O., Sticca, F. & Wustmann Seiler, C. (2021). The longitudinal role of early family risks and early social-emotional problems for friendship quality in preadolescence – A regression model. PLoS ONE, 16(7): e0253888. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0253888
Cusati Müller, M. (2021). Internalisierendes und externalisierendes Verhalten von Kindern und ihre Teilhabe an Interaktionen. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 53(3-4), 105–115. https://doi.org/10.1026/0049-8637/a000244
Sticca, F., Wustmann Seiler, C. & Gasser-Haas, O. (2020). Familial risk factors and emotional problems in early childhood: The promotive and protective role of children’s self-efficacy and self-concept. Frontiers in Psychology: Developmental Psychology, 11, 3147. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2020.547368
Gasser-Haas, O., Sticca, F. & Wustmann Seiler, C. (2020). Poor motor performance – Do peers matter? Examining the role of peer relations in the context of the Environmental Stress Hypothesis. Frontiers in Psychology: Movement Science and Sport Psychology, 11, 498. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2020.00498
*Cusati Müller, M. (2020). Sustained Shared Thinking in dyadischen Interaktionen. Eine quantitative Analyse. ElFo – Elementarpädagogische Forschungsbeiträge, 2(1), 12–22. https://doi.org/10.25364/18.2:...
https://unipub.uni-graz.at/elfo/periodical/pageview/5110223
Wustmann Seiler, C., Frei, D. & Simoni, H. (2019). Qualitätsentwicklung durch systematische Bildungsbeobachtung und -dokumentation? Eine Untersuchung in Schweizer Kindertageseinrichtungen. In D. Weltzien, H. Wadepohl, C. Schmude, H. Wedekind, & A. Jegodtka (Hrsg.), Forschung in der Frühpädagogik – Band XII Schwerpunkt: Interaktionen und Settings in der frühen MINT-Bildung (S. 231–260). Freiburg i. Br.: FEL-Verlag. ISBN 978-3-932650-94-9
Cusati Müller, M., Wustmann Seiler, C., Simoni, H. & Hedderich, I. (2019). Die Teilhabe von Kindern an Sustained Shared Thinking im Freispiel: Einflüsse von Geschlecht und Alter der Kinder. Frühe Bildung, 8(3), 153–160. https://doi.org/10.1026/2191-9186/a000435
Wustmann Seiler, C., Müller, E. & Simoni, H. (2017). The protective role of childcare quality for behavioral adjustment in 3- to 5-year-old children. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 49(1), 1–10. https://doi.org/10.1026/0049-8637/a000162
Müller, E., Wustmann Seiler, C., Perren, S. & Simoni, S. (2015). Young children’s self-perceived ability: Development, factor structure and initial validation of a self-report instrument for preschoolers. Journal of Psychopathology and Behavioral Assessment, 37(2), 256–273. https://doi.org/10.1007/s10862-014-9447-9
Müller, E., Perren, S. & Wustmann Seiler, C. (2014). Coherence and content of conflict-based narratives: Associations to family risk and maladjustment. Journal of Family Psychology, 28(5), 707–717. https://doi.org/10.1037/a0037845
Wustmann Seiler, C. & Simoni, H. (Hrsg.) (2013), unter Mitarbeit von E. Spirig Mohr, F. Pomeranets, J. Steinmetz, D. Frei & K. Schaerer-Surbeck. «Bildungs- und Lerngeschichten» in der Schweiz – Umsetzungserfahrungen und Materialien. Zürich: Marie Meierhofer Institut für das Kind. ISBN 978-3-033-04176-9
Evidence Briefs
Im seit 2015 laufenden Projekt befasst sich das MMI in Form von verschiedenen Aktivitäten mit dem Thema Partizipation in der Frühen Kindheit. Mit dem Projekt soll ein Beitrag zum Diskurs des Themas und zur Diskussion von Möglichkeiten, Inhalten und Formen der Partizipation junger Kinder geleistet werden.
Der zentrale Teil des MMI-Projektes bestand in der systematischen Auseinandersetzung mit den internen Projekten, Angeboten und Produkten des MMI. Die Projektaktivitäten zwischen 2015 und 2016 umfassten unter anderem die Dokumentation der seit 2010 realisierten Praxis- und Forschungsaktivitäten, die den Ausgangspunkt bildete für einen Analyseprozess zur Frage, wie Angebote und Projekte, die partizipative Prozesse in der frühen Kindheit umsetzen oder sich mit ihnen auseinandersetzen, verortet und verglichen werden können. Als Ergebnis dieser Analyse wurde ein Übersichtsschema zur Reflexion kindlicher Partizipation im Frühbereich erarbeitet. Zudem widmete sich die im Dezember 2016 erschienene Ausgabe Nr. 98 der MMI-Fachzeitschrift undKinder diesem Thema.
Die Projektaktivitäten im Jahr 2017 beinhalteten Vernetzungstätigkeiten wie die Teilnahme an Sitzungen der Fachgruppe Partizipation mit jungen Kindern, an der unter anderem das Kinderbüro Basel und Fachpersonen des Erziehungsdepartements des Kantons Basel-Stadt beteiligt waren, sowie die Gestaltung eines Kolloquiumtermins am Institut Kinder- und Jugendhilfe der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW. Zudem haben sich im Oktober 2017 alle MMI-Fachmitarbeitenden im Rahmen eines Workshops vertieft mit dem Thema der Partizipation in der frühen Kindheit auseinandergesetzt.
Das Projekt wurde von der Mercator Stiftung Schweiz mitfinanziert.
Laufzeit:
ab 2015
Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni
Dr. phil. Maria Teresa Diez (bis Mai 2016)
Projektmitarbeiter:innen:
lic. phil. Corinne Dreifuss
Wie erleben und konstruieren Pflegekinder im Vorschulalter ihre komplexen Zugehörigkeiten zu Herkunftsfamilie und Pflegekontext?
Die Studie zum Zugehörigkeitserleben ausserfamiliär, also in Heimen oder Pflegefamilien, untergebrachter Kinder zwischen 3 und 6 Jahren wurde als prospektive Teilstudie des Forschungsprojekts „Brüche und Verluste in der frühen Beziehungsumwelt“ des Marie Meierhofer Institut für das Kind in Zürich, zusammen mit der retrospektive Teilstudie: Lebensverläufe nach strukturell bedingter Frustration der frühesten Entwicklungsbedürfnisse unter dem Aspekt der Resilienz (Gaby Ryffel, lic. phil. I, Sozial- und Sonderpädagogin), durchgeführt. Das Gesamtprojekt unter Leitung von Dr. phil. Heidi Simoni nahm Bezug auf die Longitudinalstudie der Institutsgründerin Dr. med. Marie Meierhofer zu Deprivationszuständen bei heimplatzierten Säuglingen (Meierhofer & Keller, 1966) zu der es bislang keine Nachfolgestudien gegeben hatte. Ziel der Studie war es, den Zugehörigkeitsvorstellungen der sehr jungen Kinder in einem altersangepasstem Geschichtenstammverfahren, das sowohl in der Forschung wie in der klinischen Praxis verwendet wird, Raum zu verschaffen. Diese Perspektive der Kinder wurde mit biografischen Daten der Kinder, sowie Einschätzungen der Bezugspersonen zur Befindlichkeit der Kinder sowie Interviews verglichen, in denen die Bezugspersonen ihre Beziehung zu den Kindern reflektierten. Alle verwendeten Instrumente gehören auch zum Instrumentarium kinderpsychiatrischer bzw. psychologischer Assessments. Die Ergebnisse legen nahe, dass auch sehr junge Kinder zwischen dreieinhalb und sechs Jahren dezidierte Vorstellungen zu ihrer Beziehungswelt äussern können, wenn das Untersuchungsinstrument, wie hier die Mac Arthur Story Stem Battery, an ihre komplexe Lebenssituation (2-Haus-Setting) adaptiert wird. Zusammenfassend zeigten sich inhaltliche und statistische Zusammenhänge zwischen Kohärenz in den kindlichen Narrativen, eine Hinweis auf Belastbarkeit, und Kohäsion in ihrer komplexen Beziehungsumwelt, d.h. wenn den Kindern im Alltag Bezugspersonen mit einem hohen Commitment, d.h. persönlicher, nicht professioneller Verbindlichkeit in der Beziehung zur Verfügung stehen. Eine hohe Sensitivität der Bezugspersonen für die Perspektive der Kinder zeigte sich zwar als Ressource in den kindlichen Narrativen, konnte aber ein fehlendes Commitment in der Beziehung nicht ausgleichen, d.h. die Narrative dieser Kinder waren insgesamt deutlich belasteter. Diese Ergebnisse stehen in Übereinstimmung mit den Beobachtungen von Marie Meierhofer und Befunden der aktuellen Pflegekinder- und Säuglingsforschung.
Die Studie wurde vom Amt für Jugend und Berufsberatung des Kanton Zürich, der Ernst-Göhner-Stiftung und der Viktor Dürrenberger Stiftung unterstützt sowie massgeblich vom Schweizerischen Nationalfonds (NF-Nr. 100019-149550 vom 1.10.2013 bis 30.09.2015) gefördert. Professor Dr. Sonja Perren, Erstgutachterin und Professor Dr. Klaus Wolf, Zweitgutachter, Universität Siegen und damaliger Leiter der Internationalen Foster Care Research Group, begleiteten das Forschungsprojekt wissenschaftlich. 2019 wurden die Ergebnisse als Dissertation unter dem Titel „Sie wären eine lange Familie gewesen“: Das Zugehörigkeitserleben in Obhut genommener Vorschulkinder in der MacArthur Story Stem Battery im Fach Psychologie an der Universität Konstanz angenommen.
Laufzeit:
10/2013 - 09/2015
Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni
Dr. rer. nat. Maria Mögel
Publikationen:
Dissertation (Monografie)
Mögel, M. (2019). „Sie wären eine lange Familie gewesen.“ Das Zugehörigkeitserleben platzierter Vorschulkinder in der MacArthur Story Stem Battery. Universität Konstanz. https://kops.uni-konstanz.de/handle/123456789/45806
Buchbeiträge
Pedrina, F., & Mögel, M. (2020). Bindungsstörungen und ihre Prävention. In F. Pedrina (Hrsg.), Babys und Kleinkinder in Not. Psychopathologie und Behandlung (S. 235–263). Brandes & Apsel.
Mögel, M. (2019). Wie erleben platzierte Vorschulkinder die Zugehörigkeit zu ihren komplexen Beziehungswelten? Forschen mit dem Geschichtenstammverfahren der MacArthur Story Stem Battery. In I. Hedderich, J. Reppin, & C. Butschi (Hrsg.), Perspektiven auf Vielfalt in der frühen Kindheit: Mit Kindern Diversität erforschen (S. 299–313). Julius Klinkhardt.
Mögel, M. (2017). Wie sehen kleine Kinder sich und ihre Beziehungswelt? - Das Geschichtenstammverfahren Mac Arthur Story Stem Battery nach Bretherton in der kinderpsychoanalytischen Praxis. In P. Bründl, S. Hauser, & F. Pedrina (Hrsg.), Abklärung - Diagnose - Fallbeschreibung. Forschung und Behandlungsplan: Jahrbuch der Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalyse (S. 138–153). Brandes & Apsel.
Pedrina, F., & Mögel, M. (2016). Soziale Elternschaft: Geteilte Verantwortung bei der Gestaltung von Übergängen von Kleinkindern in Pflegefamilien. In P. Bründl, M. Endres, & S. Hauser (Hrsg.), Elternschaft. Klinische und entwicklungspsychologische Perspektiven: Jahrbuch Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalyse (S. 226–249). Brandes & Apsel.
Pedrina, F., & Mögel, M. (2014). Beziehungserleben bei Kindern mit Bindungsstörung: Zwei Fallstudien. In M. Endres & C. Salamander (Hrsg.), Latenz. Entwicklung und Behandlung: Jahrbuch Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalyse (S. 213–245). Brandes & Apsel.
Mögel, M. (2013). Wer bin ich und zu wem gehöre ich? - Entwicklungsprozesse von Zugehörigkeit und Identität bei Pflegekindern im Vorschulalter. In F. Pedrina & S. Hauser (Hrsg.), Babys und Kleinkinder. Praxis und Forschung im Dialog: Jahrbuch der Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalyse (S. 245–273). Brandes & Apsel.
Zeitschriften
Mögel, M. (2021). Selbst- und Beziehungsentwicklung in ungewissen Lebenswelten. Platzierungen in der frühen Kindheit. Frühförderung interdisziplinär, 40(4), 201–212. https://doi.org/10.2378/fi2021.art18d
Hédervári-Heller, É., Pedrina, F., Kälble, P., Mögel, M., Strauss, M., Steingruber, P., & Steingruber, R. (2018). Neuere diagnostische Ansätze für die frühe Kindheit am Beispiel der Bindungsstörung. Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, Heft 177.
Wissenschaftliche Publikationen (nicht peer reviewed)
Mögel, M. (2019). „Die grossen Bären kommen nicht wieder.“ Wie platzierte Vorschulkinder ihre komplexe Beziehungswelt an Pflegeplätzen mit unterschiedlichem Zugehörigkeitsangebot erleben. Ergebnisse einer Studie des Marie Meierhofer Instituts MMI 2013-2018. undkinder, Heft 104, (S. 19–34).
Mögel, M. (2016). Wie erleben kleine Kinder, die in Pflegefamilien oder Heimen leben, die Zugehörigkeit zu ihrer Pflege- und Herkunftswelt? Forschen mit Kindern im Vorschulalter. undkinder, Heft 98, (S. 19–29).
Mögel, M. (2015). Gestaltung der Besuchskontakte von Pflegekindern. Zwischen Kontinuitätswahrung und Re-Traumatisierung. Frühe Kindheit, Heft 44, (S. 42–47).
Mögel, M. (2014). Sinn und Gestaltung von Besuchskontakten in der frühen Kindheit. Interdisziplinäre Zeitschrift für Familienrecht, Heft 3, (S. 143–145).
Im Rahmen des Praxis- und Forschungsprojekts «Bildungs- und Resilienzförderung im Frühbereich» wurden Kindertageseinrichtungen in der Deutschschweiz dabei begleitet und gecoacht, ihre alltägliche pädagogische Arbeit stärker auf die Bildungsprozesse der Kinder auszurichten und das Beobachtungsverfahren der «Bildungs- und Lerngeschichten» (Carr, 2001; Leu et al., 2007) in ihrer Praxis zu verankern. Anhand verschiedener Forschungsfragen wurden die Veränderungen und Auswirkungen auf allen Ebenen – den Kindern, Eltern, Fachkräften und der pädagogischen Qualität im System – wissenschaftlich untersucht und evaluiert. Darüber hinaus wurden weitere angrenzende, offene Forschungsfragen untersucht. Zum Einsatz kamen dabei leitfadengestützte Interviews und schriftliche Befragungen der Kitamitarbeitenden, Kitaleitungen und Eltern, videogestützte Beobachtungen, Entwicklungstests und Interviews mit den Kindern sowie Einschätzungen der pädagogischen Qualität.
Weitere Datenauswertungen und Publikationen aus den Teilstudien des Projektes sind in Bearbeitung. Darunter befindet sich auch eine Dissertation.
Das Projekt wurde unterstützt und finanziell gefördert durch die Stiftung Mercator Schweiz, den Schweizerischen Nationalfonds, die Jacobs Foundation und die Hamasil Stiftung.
Laufzeit:
06/2009 - 07/2012
Auswertungs- und Publikationsphase bis 2018
Projektleitung:
Dr. phil. Heidi Simoni (MMI)
Dr. phil. Corina Wustmann Seiler (PHZH)
Projektmitarbeiter:innen:
lic. phil. Medea Cusati Müller
lic. phil. Eliza Spirig Mohr
Doris Frei, M.A.